Die Schlacht bei Außig

Schlacht bei Außig (16. Juni 1426)

Während der Hussitenkriege wurde am 16. Juni 1426 eine bedeutende Schlacht bei Aussig (gelegen in Nordtschechien in der Nähe der Grenze zu Sachsen) ausgefochten. Die Hussiten zogen nach Meißen und belagerten die Stadt Außig. Die Besatzung der Stadt verteidigte sich energisch,wurde aber so stark bedrängt, dass die sächsischen Grafen von Weiden, von Schwarzburg und von Vitzthum ein Heer von 36.000 Mann zusammenstellten und der Stadt als Unterstützung schickten. Vor Außig kam es dann zur Schlacht zwischen dem ankommenden deutschen Heer und den Hussiten.

Die Hussiten hatten sich hinter einer Wagenburg verschanzt, bei der einzelne Holzwagen mit Kettet verbunden waren. Die Deutschen bemühten sich, die Ketten zu sprengen und so den „Schutzwall“ der Hussiten zu zerstören. Dies gelang auch an einigen Stellen, aber die Hussiten warteten den Hauptsturm der Deutschen nicht ab, sondern wagten einen Ausfall. Bei diesem warfen sie die deutsche Reiterei über den Haufen, indem sie spezielle Gabeln benutzten, um die Ritter aus den Satteln zu heben. Die erbitterte Schlacht dauerte vom Morgen bis in die Nacht hinein und endete mit einer vollständigen Niederlage der Deutschen.

Nach der Schlacht wurde der Erdboden von 15.000 deutschen Soldaten bedeckt. Viele wurden auf der Flucht noch von den Hussiten getötet. Böhmen verlor 3.000 Mann und konnte 4.000 mit Lebensmitteln und Gepäck beladene Wagen an sich reißen. Am darauf folgenden Morgen griffen die Hussiten Außig im Sturm an, nahmen die Stadt ein und steckten sie in Brand, so dass sie vollständig zerstört wurde. Die Vernichtung der Stadt war so nachhaltig, dass sie 3 Jahre lang öde lag. [2, S. 1021f]

2 Kommentare:

  1. Richtigstellungen

    die genannten Herren hatten Führerposten im Heer inne, aufgeboten wurde es jedoch durch die Kurfürstin von Sachsen und den Landgrafen von Thüringen, Friedrich (der Kurfürst war unterwegs in Reichssachen). Alle Zahlenangaben sind wohl stark übertrieben und nicht glaubhaft. Jedenfalls übersteigen sie die Möglichkeiten Meißens-Thüringens, welche etwa 900 Ritter und das Dreifache an Fußvolk, also rund 4 000 Mann für das Reich aufbieten konnten. Rechnet man damit, dass wegen der Nähe der Hussitischen Gefahr noch mehr als gewöhnlich aufgeboten wurde, vielleicht das Doppelte und dazu noch 2 000 Mann Zuzug aus der Oberlausitz annimmt, kommt man auf 9-10 000 Kombattanten. Übrigens gab es damals den Begriff „Soldaten“ noch nicht. Man spricht von Rittern und Gewappneten oder von Glefen und Fußvolk.
    Manfred Linck

  2. Richtigstellungen

    Der genannte von Vitzthum war kein Graf sondern Ritter und Meißener Landvogt. Die genannten Herren hatten Führerposten im Heer inne, aufgeboten wurde es jedoch durch die Kurfürstin von Sachsen und den Landgrafen von Thüringen, Friedrich (der Kurfürst war unterwegs in Reichssachen). Alle Zahlenangaben sind wohl stark übertrieben und nicht glaubhaft. Jedenfalls übersteigen sie die Möglichkeiten Meißens-Thüringens, welche etwa 900 Ritter und das Dreifache an Fußvolk, also rund 4 000 Mann für das Reich aufbieten konnten. Rechnet man damit, dass wegen der Nähe der Hussitischen Gefahr noch mehr als gewöhnlich aufgeboten wurde, vielleicht das Doppelte und dazu noch 2 000 Mann Zuzug aus der Oberlausitz annimmt, kommt man auf 9-10 000 Kombattanten. Übrigens gab es damals den Begriff „Soldaten“ noch nicht. Man spricht von Rittern und Gewappneten oder von Glefen und Fußvolk.
    Die Hussiten „wagten“ keinen Ausfall, sondern ein überraschender Schlag der hussischen Ritter in den Rücken der Gegener, vermutlich aus einer gedeckten Wartestellung, gehörte zur ordinären Taktik der Hussen.

    Manfred Linck

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