Ruprecht III.

Ruprecht hatte bereits Jahrzehnte der Gestaltung der Pfalzgrafschaft miterlebt. 1374 heiratete er die Tochter der Burggrafen von Nürnberg und kümmerte sich fortan um die Sicherung des Werkes seines Großonkels Ruprecht I. und seinem Vater, dem Kurfürsten Ruprecht II. von der Pfalz.

1400 wurde Ruprecht III., nach der Absetzung Wenzels, römisch-deutscher König. Doch seine Lage wurde immer wieder schwierig. Das Haus Luxemburg schwächte seine Position. Es herrschten überall Auseinandersetzungen: Frankreich gegen Lothringen oder Lothringen gegen die Wittelsbacher (Bayern-Staubing-Holland). Auf dem ersten Reichstag in Nürnberg wurde vergeblich versucht in alle Richtungen zu vermitteln. Durch drei kurfürstliche Stimmen und seine eigene, sowie die Approbation durch den Papst Clemens. Bonifatius IX. weigerte sich zunächst, aus Rücksicht auf das Haus Luxemburg, Ruprechts Wahl anzuerkennen, stimmte aber letztlich doch zu, um für sich selbst das Recht auf eine Absetzung zu erhalten. Er stellte Ruprecht für seine Zustimmung einige Bedingungen. Die Kaiserkrönung fand in Rom statt und der neue König hatte das Volk hinter sich.

Durch die finanzielle Unterstützung durch Florenz konnte Ruprecht am 8. September 1401 nach Italien aufbrechen. Franz von Carrara, der ihn begleitete, war ein kundiger Feldherr, der Ruprecht im Oktober während einer Schlacht das Leben rettete. Doch Ruprecht erlag den italienischen Heeren und geriet erneut in finanzielle Nöte, da auch die Verhandlungen mit dem Papst scheiterten. Trotz des Bittens von Carrara und Florenz trat Ruprecht im April, nach der Überwinterung, den Rückmarsch an. Im Mai erreichte er München.
Dort gelang es ihm ein Eheschließung mit England auszuhandeln. Im Juli 1402 wurde sein ältester Sohn Ludwig, mit Bianca, der Tochter von König Heinrich IV verheiratet, was auch die Pfalzkrone mit sich brachte, die heute noch in der Schatzkammer der Münchener Residenz zu finden ist. So waren Ruprechts finanzielle Nöte zumindest kurzfristig gelöst.

Doch es kam erneut zu territorialen Konflikten. So zum Beispiel zwischen Bayern-München mit Bayern-Ingolstadt. Ruprecht setzte sich stark für den Landfrieden ein und brach dafür sogar Raubschlösser einiger Vasallen des Kurfürsten von Mainz. Die Reichsstände fühlten sich in ihrer Freiheit mehr und mehr bedroht, weshalb sie einen Widerstand bildeten. Und dennoch genoss Ruprecht eine äußerst starke Autorität, durch die er im Oktober 1403 auch die Approbation durch den Papst erlangte.

1405 schlossen sich der Markgraf Bernhard von Baden, Graf Eberhard III. von Württemberg, die Reichsstadt Straßburg, sowie 17 schwäbische Reichsstädte zum Marbacher Bund zusammen. Zwar wurde jedes feindliche Wort gegen den König verhindert, doch geschah die gegen die Wahrung des Reichs- und Landfriedens. Ruprecht betonte, aus seiner ganz eigenen religiösen Überzeugung heraus, das Recht und besonders die Reichsrechte. Dennoch wurde die Kluft zwischen dem Marbacher Bund und Ruprecht immer größer, weshalb die Fürsten des Bundes auch nicht beim Reichstag in Mainz erschienen. Aus diesem Grund versammelten sich im Januar1406 die Reichsstände zu einer Tagung. Dabei ging Ruprecht auf die Beschwerden den Kurfürsten von Mainz ein, widerlegte allerdings alle Punkte. Dadurch wuchs der Zwiespalt im Reich weiter und der Marbacher Bund dehnte sich aus. Wenzel, der darin seine Chance sah, näherte sich diesem Bund an. Aus diesem Grund schloss Ruprecht 1406 diverse Bündnisse und erlang Einigungen, wodurch er am 14. November 1407 endlich den Thron Karl des Großen besteigen konnte. Bislang hatte sich Aachen als Krönungsort stets verweigert.

Ruprecht kümmerte sich fortan um wichtige Belange, unteranderem die Judensteuer und das Münzwesen. Dennoch war er nicht überall erfolgreich und Wenzel blieb ein größer Störfaktor, wodurch Ruprecht sogar Limburg und Brabant verlor. Doch er konnte im Gegenzug viele andere Territorien dazu gewinnen. Ruprecht wandte sich in geistespolitischen Fragen an bedeutende Männer dieser Zeit und bezog auch in der Kirchenfrage, bei der auch Wenzel aktiv agierte, klar Stellung für den Papst in Rom. Dennoch wurde Alexander V. gewählt, den zumindest Wenzel sofort anerkannte. Johann von Mainz wurde der Legat von Alexander und war stets bemüht eine Absetzung Ruprechts zu erreichen. Doch unbeeindruckt davon rüstete sich Ruprecht und verhinderte die Erneuerung des Marburger Bundes. Das Konzil von Pisa war erfolgreich und der römische Papst Gregor XII. bevollmächtigte Ruprecht und Ladislaus von Neapel zu Verhandlungen, die das Schisma beenden sollten und um ein Konzil mit den Gegnern zu vereinbaren.

1410 gewann Ruprecht diverse Landgrafen, Herzöge und Bischöfe für seine Seite, wodurch weitere Erfolge abzusehen waren und er unaufhaltsam wirkte. Dann aber wurde Ruprecht krank und er kümmerte sich vorrangig um seine Nachfolge. Aufgrund des Teilungsgedankens beziehungsweise der Landesteilung, konnte er das Primogeniturrecht, als Grundgesetz nicht durchsetzen. Eine gewaltsame Auseinandersetzung wollte er aber auch nicht. Aus diesem Grund sollten sieben Männer seines Vertrauens die Pfälzer Gebiete, mittels Schiedsgericht, auf seine vier Söhne aufteilen. Ruprecht konnte diesen Rechtsakt, der im Oktober stattfinden sollte, nur vorbereiten, denn im Mai verstarb er bereits.

Ruprecht war kein erfolgreicher Kriegsmann. Er soll zäh und wendig im Handeln gewesen sein und galt als aufrichtig und religiös. Die Mit- und Nachwelt weiß besonders sein Wirken in der Kirchenfrage zu schätzen.

Quelle:
– G. Hartmann, K. Schnith (Hrg.): Die Kaiser: 1200 Jahre europäische Geschichte, Marix, Wiesbaden 2006, S. 441 – 445

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