Der Sachsenkrieg Heinrichs IV.

Auslöser des Krieges

Unter dem salischen König Heinrich IV, kam es zum Krieg gegen die Sachsen. Der Konflikt fand zwischen 1073 und 1075 statt. Schon unter der Herrschaft von Heinrich III kam es zu Unstimmigkeiten zwischen dem Königshaus und den Sachsen. Mit der Krönung von Heinrich IV verschärfte sich der Konflikt, da er aus sächsischen Gebieten zahlreich Königseigentum zurück verlangte. Um dieses Eigentum zu schützen, ließ Heinrich IV unzählige Burgen rund um diese Gebiete errichten, was die Sachsen als Bedrohung auffassten.

Kriegsbeginn

Die Sachsen fühlten sich benachteiligt und wollten auf die Ungerechtigkeiten aufmerksam machen. So zogen sie 1073 los, um eine Angleichung und Einigung zu bewirken. Mit einem großen Heer belagerten die Sachsen den salischen König, der ein Gespräch ablehnte. In einer Nacht und Nebel Aktion gelang es Heinrich IV vor den Sachsen zu flüchten. Doch nirgendwo im Land fand er Unterstützung.

Kriegsverlauf

Da Heinrich IV nirgendwo Unterstützung fand, konnte nur ein kleines Heer aufstellen, mit dem er 1074 dem gewaltigen sächsischem Heer gegenüber stand. Doch beide Parteien mieden zu dieser Zeit eine Schlacht. Heinrich IV wegen seiner deutlichen Unterlegenheit und die Sachsen, weil sie ihren, vorrangig bäuerlichen, Aufständischen keinen besseren Stand durch einen nahezu sicheren Sieg gewähren wollten. So kam es schließlich zu Friedensverhandlungen, bei denen es zur vorläufigen Einigung beider Beteiligten kam. Heinrich IV ging den Kompromiss ein, dass er alle errichteten Burgen am Harzrand wieder beseitigte.

Doch der Frieden herrschte lediglich einen Monat, denn Heinrich IV hielt sich nicht direkt an seinen Kompromiss der Friedensverhandlungen. Da die Harzburg eine Stiftungskirche und zwei familiäre Grabstätten besaß, ließ er diese nicht komplett zerstören. Er weiß lediglich an die Türme und Mauern zu versetzen, um den Sachsen ihr Recht zu zusprechen und dennoch die Stiftskirche, sowie die Grabstätten, zu schützen. Die Sachsen in der Umgebung fühlten sich aber betrogen und sahen dies als Bruch ihrer Vereinbarung an. Also rissen sie die Stiftskirche und die Burg selbstständig ab und schändeten die Gräber der Königsfamilie. Heinrich selbst war tief getroffen von dieser Tat, aber dennoch brachte sie ihm auch Vorteile. Niemand hatte Verständnis für diese hinterhältige Tat, vor allem da Heinrich IV deutlich seinen guten Willen gezeigt hatte. Fürsten und andere Unterstützer, die sich zunächst von Heinrich IV abgewandt hatten, standen ihm nun wieder bei. Und auch der sächsische Adel konnte die Taten der bäuerlichen Unterschicht nicht gut heißen und distanzierte sich strikt davon.

Heinrich IV nutzte die neu gewonnene Unterstützung und stellte ein großes, mächtiges Heer zusammen, um einen Racheakt gegen die Sachsen zu führen. 1075 trat er erneut gegen die Sachsen an und schlug sie in einer gewaltigen Schlacht bei Homburg an der Unstrut. Anschließend zog er weiter durch Sachsen und Thüringen und vernichtete dort alles, was ihm in die Quere kam. Knapp vier Monate zog Heinrich IV durch die Lande, bis sich die sächsischen Führer schließlich unterwarfen. Heinrich feierte seinen Triumpf und ging nicht milde mit den sächsischen Führern um. Er hielt sie gefangen und verteilte ihr Eigentum.

Und dennoch keimten immer wieder Widerstände und Aufstände der Sachsen auf und auch spätere Generationen hatten noch mit Konflikten mit den Sachsen zu kämpfen.

Quellen:

  • Boshof, Egon: Königtum und Königsherrschaft im 10. und 11. Jahrhundert, Oldenbourg Wissenschaftsverlag, München 2010, S. 42-48
  • Deffner, Ingo: Heinrich IV. und die Sachsenkriege, GRIN Verlag, München 2003, S. 9-23

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