Sächsischer Bruderkrieg

Eigentlich ein dritter Sachsenkrieg, der dann aber doch als Sächsischer Bruderkrieg in die Geschichte ein ging. Gemeint ist damit die Auseinandersetzung zwischen Herzog Wilhelm III und Kurfürst Friedrich II, die zwischen 1446 und 1451 stattfand.

Grund des Konfliktes

Friedrich IV war verstorben und somit fiel die Landgrafschaft Thüringen an seine beiden Neffen, Wilhelm der Tapfere und Friedrich der Sanftmütige. In der Altenburger Teilung wollte man die Aufteilung der wettinischen Ländereien festlegen, doch man wurde sich nicht einig. Die beiden Brüder stritten sich und konnten keine Einigung erzielen. Somit kam es schließlich zum Hallescher Machtspruch – dem Machtspruch eines fürstlichen Schiedsgerichtes, das über die endgültige Teilung entschied.
Wilhelm erhielt Thüringen, und die fränkischen Gebiete. Friedrich die östlichen Gebiete Sachsens, sowie den Kurkreis.

Fortführung des Konfliktes

Friedrich war mit dieser Lösung einverstanden, doch Wilhelm war noch immer unzufrieden. Schließlich war Thüringen zu dieser Zeit hoch verschuldet. Er wollte diese Entscheidung nicht hinnehmen.
Doch bevor er gegen seinen Bruder kämpfen konnte, musste er sich Unterstützung verschaffen. Deshalb rief er einen Landtag aus, bei dem er sich dem Volk als neuen Landgraf vorstellte und die Lehen aller erneuerte. Damit sammelte er Sympathiepunkte und hoffte dadurch auf die erforderliche Unterstützung im Falle eines Krieges. Doch Wilhelm war realistisch und ahnte, dass Friedrich ihm überlegen sein würde. Darum nutzte er den Landtag außerdem, um die erste Landesordnung in der Thüringer Geschichte aufzusetzen.
Im letzten Quartal des Jahres 1446 gab es kein Zurück mehr. Friedrich und Wilhelm verfeindeten immer mehr und einflussreiche Parteien, die eigentlich als Schlichter und Vermittler agieren sollten, sahen plötzlich ihren eigenen Vorteil und trieben die beiden Brüder noch an, sich gegenseitig zu bekämpfen.
Ein Großteil Thüringens wurde zerschlagen.

Der längst überfällige Frieden

Wilhelm und Friedrich führten einen erbitterten Kampf, der erst 1451 in Naumburg ein Ende fand. Beide waren zu stur, um dem anderen entgegen zu kommen. Doch beide waren auch nicht länger im Stande in die Schlacht zu ziehen. Die Verluste waren auf beiden Seiten zu groß. Deshalb führte man Friedensverhandlungen bei denen nun beide, Friedrich und auch Wilhelm der Jahre zuvor beschlossenen Aufteilung der Länder zustimmten. Beide konzentrierten sich nicht länger auf den Erwerb der Gebiete des anderen, sondern um den Wiederaufbau und Ausbau der eigenen Gebiete.

Quellen

  • Groß, Reiner: Die Wettiner, Kohlhammer-Urban-Taschenbücher, 621, Kohlhammer, Stuttgart 2007, S. 77 – 78
  • Rogge, Jörg: Die Wettiner – Aufstieg einer Dynastie im Mittelalter, Thorbecke, Ostfildern 2005, S. 159 – 1669

Ein Kommentar:

  1. Korrekturhinweis

    Ich möchte darauf hinweisen, dass Friedrich und Wilhelm Brüder waren, Söhne Friedrichs des Streitbaren, und nicht Cousins, wie im Text beschrieben.
    MfG Robert von Wildenstein

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