Lüneburger Erbfolgekrieg

Wie der Name schon verrät, ging es bei dem 1370 begonnenen Krieg, um die Nachfolge in Lüneburg. Ausgelöst wurde der Konflikt dadurch, dass Wilhelm II von Lüneburg 1369 kinderlos starb und es somit keine männlichen Nachfolger gab, die erbberechtigt waren.

Vorgeschichte

Sobald eine Erbschaftslinie ausstirbt, kämpfen zahlreiche Parteien darum die Nachfolge anzutreten. In diesem Fall war es Magnus II, Herzog von Braunschweig-Lüneburg, sowie Albrecht von Sachsen Wittenberg. Nach Welfischen Hausgesetzen, hätte Magnus II das Erbe durchaus zugestanden. Wilhelm II übergab das Fürstentum sogar noch persönlich an ihn, bevor er kurz darauf verstarb. Doch Kaiser Karl IV sah die Sache anders, ignorierte die Regierungsübertragung an Magnus II und übergab sie stattdessen Albrecht von Sachsen-Wittenberg und dessen Onkel Wenzel I.

Kriegsverlauf

Magnus II fühlte sich ungerecht behandelt und griff kurzerhand Albrecht von Sachsen-Wittenberg an, um sich gewaltsam sein Recht zu verschaffen. Die Städte selbst aber hielten zu Albrecht, sodass dessen Position deutlich stärker war. Magnus II hatte den Kampf zwar begonnen, doch die Truppen Albrechts drängten ihn bald zurück in sein Gebiet. Es kam zu mehreren Schlachten, bei denen aber nie ein eindeutiger Sieger hervor ging. Zwischen 1371 und 1372 musste der Braunschweiger Herzog zahlreiche Verluste hinnehmen, bis er schließlich 1373 bei einem Kampf bei Leveste getötet wurde.

Albrecht und Wenzel standen den Hinterbliebenen von Magnus in einem Vergleich gegenüber. Sie einigten sich darauf, dass zunächst Albrecht und Wenzel die Herrschaft über Lüneburg übernehmen würden und dass die Herrschaft bei ihrem Tode automatisch an die Söhne von Magnus übergehen würde. Um dies auch vor dem Gesetz wirksam zu machen, heiratete Albrecht die Witwe von Magnus II. Auch die Söhne heirateten Frauen aus der Familie Albrechts und Wenzel, um keinen Zweifel aufkommen zu lassen.

Doch der Frieden herrschte nur auf dem Papier. Auch wenn sich die beiden Familien geeinigt hatten, gab es immer wieder Quertreiber, die sich dem Friedensabkommen widersetzten. 1385 gab es eine große Auseinandersetzung an der Burg Ricklingen, die besetzt wurde. Albrechts Heer wurde stark angegriffen, wobei auch er starb.

Kriegsende

Nach dem Tod von Albrecht von Sachsen-Wittenberg übernahmen die Söhne von Magnus II die Herrschaft über Lüneburg. Wenzel I beteiligte seinen Sohn Bernhard an Entscheidungen, was Heinrich I, einem weiteren, jüngeren Sohn ganz und gar nicht gefiel. Diesmal keimten auf dieser Seite Konflikte auf, die sich trotz großer Mühen und zahlreicher Versuche nicht lösen ließen. Also griff Wenzel Heinrich an und führte mit ihm fast ein halbes Jahr lang Krieg, bis er plötzlich krank wurde, nicht mehr kämpfen konnte und schließlich verstarb.

Quellen:

  • Mundhenke, Herbert: Albrecht (Albert), in: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 1, Duncker & Humblot, Berlin 1953, S. 173f
  • Herbert Mundhenke: Bernhard I., in: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 2, Duncker & Humblot, Berlin 1955, S. 109f
  • Herbert Mundhenke: Friedrich, Herzog von Braunschweig-Lüneburg, in: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 5, Duncker & Humblot, Berlin 1961, S. 501
  • Hergemöller, Bernd-Ulrich: Magnus II., in: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 15, Duncker & Humblot, Berlin 1987, S. 662f
  • Steckhan, Peter: Magnus II. Torquatus, in: Horst-Rüdiger Jarck, Dieter Lent et al. (Hrsg.): Braunschweigisches Biographisches Lexikon: 8. bis 18. Jahrhundert. Appelhans Verlag, Braunschweig 2006, S. 473f
  • von Sommerfeld, W.: Wenzel, in: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 41, Duncker & Humblot, Leipzig 1896, S. 735f
  • Zimmermann, Paul: Wilhelm, Herzog von Braunschweig-Lüneburg, in: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 42, Duncker & Humblot, Leipzig 1897, S. 730–733

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