Burgen im Mittelalter

Die Burg als Herrschaftssymbol

Die Benutzung von Zeichen und symbolischen Akten als notwendiges Mittel zur Festsetzung und Visualisierung von Herrschaftsansprüchen und Besitzverhältnissen zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte des europäischen Mittelalters. Kurz gesagt, die Leute protzten mit allem, was sie hatten. Und am allerbesten zeigte sich das anhand der Burgen. Selbst die kleinste Burg erkannte man schon von Weitem als Symbol für den Besitzanspruch des jeweiligen Herren und diente ihm so als zentraler Punkt seiner Herrschaftsausübung.

Holzstich der Festung Wildenstein

Bild 232: Die Festung Wildenstein. Kaum einnehmbar thront diese Burg über der Landschaft. Über die dünne Brücke konnte nicht mit Belagerungsgerät an die Burg heran gekommen werden. Die einzige Möglichkeit zur Einnahme bestand in der vorigen totalen Zerstörung der Burg durch Triboke und Katapulte.

Inhalt

Höhenburgen

Der Burgenbau in Europa fand seinen Anfang im ausgehenden 9. Jahrhundert. Es bildeten sich schnell verschiedene Burgtypen heraus, die sich sowohl in der Form der Bauwerke, als auch in ihrer geographischen Lage unterschieden.

Die Höhenburg wurde meist auf schwer zugänglichen Gebirgsgipfeln oder in abschüssiger Hanglage errichtet, von wo das umliegende Land bestmöglich eingesehen werden konnte.

bild 231: schöner Holzstich der Umgebung und Höhenburg hohentwiel

Bild 231: Die Burg Hohentwiel um 1651. Die besonders gute Aussicht von dieser Höhenburg auf das umliegende Land verschaffte einen guten Überblick und somit schnelle Reaktion bei heranrückenden Truppen.

Niederungsburgen

Bot das jeweilige Umland jedoch keine geeignete Berglandschaft oder war der Bau einer solchen Burg zu teuer oder aufwändig, so errichtete man stattdessen eine Niederungsburg.

Diese konnte entweder als Wasserburg an einem See bzw. einem Flusslauf erbaut werden, oder es wurde eigens ein künstlicher Erdhügel aufgeschüttet, um dem Gelände zumindest ein wenig Vorteil im Verteidigungsfall abgewinnen zu können. Eine solche Turmhügelburg, auch Motte genannt, war relativ preisgünstig und schnell zu erbauen, mit einer entsprechenden Anzahl von Arbeitskräften offenbar innerhalb weniger Tage.

Wasserburgen

Wasserburgen standen auf einer Ebene und hatten ringsherum einen Wassergraben. Dieser konnte künstlich angelegt worden sein oder schon natürlich vorhanden gewesen sein. Manchmal benutzte man als Wassergraben einen kleinen See oder Teich, in dessen Mitte man Erde aufschüttete und die Burg darauf baute. Manchmal errichtete man eine Burg in einer Flussgabelung, wobei die beiden Flussarme genau so als natürlicher Schutz galten.

Der Zugang zu Wasserburgen war dann nur über eine Brücke möglich. Diese konnte fest stehend sein oder es war eine Zugbrücke, die man bei Gefahr einholen konnte, so dass die Angreifer erst das Wasser überwinden mussten, um an die Burg heran zu kommen.

bild 233: Burg Pfalzgrafenstein

Bild 232: Burg Pfalzgrafenstein im Rhein. 1327 zum Zweck der Zollerhebung erbaut und später mehrfach verändert, hat die Burg außer ihrem frei im Hofe stehenden starken Fünfeckturm und der mit drei Schartenreihen versehenen Ringmauer nur einen sehr engen Wohnraum in der fast massiven vorderen Spitze.

Fluchtburgen

Waren die ersten dieser Burgen, die, hinweisend auf ihren ursprünglichen Verwendungszweck, Fluchtburgen genannt wurden, noch aus Holz, so erkannte man seit dem 11. Jahrhundert die Notwendigkeit, diese größtenteils aus Stein zu errichten, um die Brandgefahr zu senken und den Verteidigungswert zu erhöhen.

Adelsburgen

Diese neue Form der Burg, die Adelsburg, diente weniger dem Zweck, im Falle eines Angriffs Schutz für die umliegende Bevölkerung zu dienen, sondern wurde zum ständigen Wohnsitz des Burgherren, dem sie fortan als Zentrum seiner Herrschaftsausübung diente.

bild 233: burg zwingenberg am neckar

Bild 234: Burg Zwingenberg am Neckar. Oft ist kein Unterschied zwischen Burgen und Schlössern erkennbar. Diese Adelsburg wurde Anfang des 15. Jahrhunderts erbaut. Der Bergfried ist älter.

Die Burgenbauer

Obwohl das Recht des Burgenbaus ursprünglich dem König vorbehalten war, entstanden die meisten Burgen jedoch ohne dessen ausdrückliche Erlaubnis beispielsweise durch Herzöge und Markgrafen, die durch ihre Errichtung den eigenen Herrschaftsanspruch über das umliegende Land festzusetzen suchten.

Zweck der Burgen

Die Burg diente ihrem Herren somit nicht nur als Zuflucht im Falle einer Belagerung, der sie durch immer weiter verbesserte Schutzmaßnahmen wie beispielsweise höhere und stärkere Mauern, Zinnen und Türme, einige Zeit standhalten konnte.

Sie war darüber hinaus zu einem wichtigen Werkzeug geworden, sowohl in der Verwaltung der umliegenden Ländereien, deren Forste und Flüsse, als auch zum Statussymbol des Besitzers, der durch ihre Errichtung seinen Reichtum und Einfluss darstellen konnte.

Schlusssatz

Seit der Zeit des Hochmittelalters befanden sich die meisten dieser Burgen im Besitz von Rittern, in deren Familienbesitz sie entweder übergegangen waren oder mit denen sie belehnt worden waren.

Die Burg verlor erst gegen Ende des 15. Jahrhunderts ihren großen taktischen Wert, als Artillerie und Explosivgeschosse ihre Verteidigung unverhältnismäßig erschwerten.

3 Kommentare:

  1. ich will wieBen was ein höhenburg ist

    ich will wieBen was ein höhenburg ist

    • Eine Höhenburg ist, wie der Name schon sagt, eine Burg, die auf einer natürlichen Erhöhung errichtet wurde. Es gibt verschiedene Arten von Höhenburgen: Es gibt Felsenburgen, Gipfelburgen, Kammburgen, Spornburgen und Hangburgen.

  2. Das ist eine höhenburg

    Eine böhenburg ist,eine burg die auf einem berg gebaut wurde.je nach höhe erschwerte es den Angreifern die burg zu erobern.

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