Fragen und Antworten

In diesem Bereich habt ihr bald die Möglichkeit, Fragen über das Mittelalter zu stellen. Bis alles fertig ist, findet ihr hier schonmal einige Antworten auf vorige Fragen:

das Mittelalter

Bild 279: Mittelalter. Die Vorstellung vieler Menschen, wenn man sie über das Mittelalter befragt, ist die von Rittern, Burgen, Königen und Turnieren. Wie auf diesem Bild nach einem Gemälde von Adolf Closs. Zu sehen ist Eberhard der Milde von Württemberg, dem sich die Schleglerkönige ergeben. Postiert ist Eberhard vor einer Ritterburg und er trägt seine Ritterrüstung. Die ganze Szene ereignete sich im Spätmittelalter.

Inhalt

Fragen zum Mittelalter

Wie war die Landschaft im Mittelalter?

Über die mittelalterliche Landschaft kann man ganz grob sagen: Im Frühmittelalter war Deutschland von Urwald und Sümpfen bedeckt. Im Hochmittelalter setzten Brandrodungen ein, wobei große Waldflächen verbrannt wurden. Auf den so frei gewordenen Flächen gewann man Felder und errichtete Städte. Teilweise gab es im Spätmittelalter weniger bewaldete Flächen in Deutschland als heutzutage. Städte und Dörfer, die auf gerodeten Plätzen erbaut wurden, haben oft heute noch eine Endung mit -rot, -rode und so weiter. Daran erkennt man, dass sie auf ehemaligem Waldgebiet stehen, das gerodet wurde.

Wie war der Charakter der mittelalterlichen Menschen?

Den Charakter der mittelalterlichen Menschen kann man nicht konkret beschreiben, da das Mittelalter ca. 1.000 Jahre umfasst. Stellt euch bspw. Menschen im Jahr 1850 vor; niemand würde auf die Idee kommen, die Verhaltensweisen der Menschen vor 160 Jahren mit unseren heutigen zu vergleichen. Wir haben uns kontinuierlich entwickelt.

Und genau so erging es auch dem Charakter der mittelalterlichen Menschen. Mal hatte die Kirche weniger Einfluss auf die Menschen, dann hatte sie mehr Einfluss auf sie. Menschen waren abergläubisch, dann christlich. Mal waren Juden willkommen, dann wurden sie verfolgt. Mal waren Ritter das Idealbild und als Raubritter hatte jeder Angst vor ihnen. Es gibt unzählige Einflüsse, die den Charakter und die Lebensweise der Menschen formen.

Das einzige, das man mit Sicherheit sagen kann: die mittelalterlichen Menschen dürfen nicht auf eine Epoche (bspw. die Epoche der Kreuzzüge) oder gar auf ein Aufsehen erregendes Ereignis (bspw. die Folter eines Häftlings) beschränkt werden. Auch in unserer heutigen Epoche (bspw. Krieg für Kapital) erleben wir Unglaubliches (Bau von Atomkraftwerken ohne zu wissen, was mit dem Atommüll passiert), worüber Menschen späterer Epochen nur noch den Kopf schütteln werden. Aber auch jene Menschen werden übersehen, dass selbst in ihrer Zeit Unfassbares vor sich geht – und das alles immer in einer zeitgerechten Verkleidung, damit die Menschen es nicht erkennen.

Wie war die Ernährung im Mittelalter?

Mit der Ernährung einher geht auch die Statur der Menschen im Mittelalter. Wer als Kind viel und eiweißhaltige Kost zu essen bekam, wurde größer und kräftiger als andere Kinder. Grob lässt sich sagen, dass die Menschen im Frühmittelalter, die selbst noch jagten, kräftig gebaut waren. Später, als sich das Städtewesen durchsetzte und nicht mehr gejagt werden durfte, konnten sich nur noch die Reichen viel Fleisch leisten, womit die ärmere Bevölkerung im Schnitt kleiner und schmächtiger war. Dies wurde dadurch verstärkt, dass der Status eines Menschen, der sogenannte Stand, vererbbar war und man kaum in einen höheren Stand aufsteigen konnte.

Des Weiteren war die Ernährung der mittelalterlichen Menschen, verstärkt im Frühmittelalter, als noch nicht so viel Handel getrieben wurde, einseitiger, oder besser gesagt, einheimischer als unsere heutige Ernährung. Die Menschen ernährten sich von dem, was um sie herum wuchs und gedieh. Teure Importartikel aus fernen Ländern konnten sich wiederum nur die Reichen leisten.

Die Speisen der armen Bevölkerung waren sehr einseitig, sie bestanden meist aus Brot oder Brei aus Brot, Rüben und Fallobst. Die Reichen hatten mehr Auswahl, wobei man davon ausgeht, dass die Speisen sehr salzig schmeckten, da sie durch Salz konserviert wurden. Um diesen Salzgeschmack etwas zu übertünchen wurde wahrscheinlich extrem viel gewürzt, bspw. mit Pfeffer.

Was sind die Ursachen des Investiturstreits?

Allgemein: Die Investitur ist die Amtseinsetzung von Geistlichen. Im Investiturstreit des Mittelalters (von 1076 bis 1122) stritten sich die geistliche Macht (Kirche) und die weltliche Macht (König/Kaiser), wer von ihnen Bischöfe und Äbte bestimmen darf. Der Streit endete 1122 mit dem Wormser Konkordat (auch: Staatskirchenvertrag – ein Vertrag zwisschen Staat und Kirche). Darin wurde beschlossen, dass die Kirche das Recht auf Amtseinsetzung von Geistlichen hatte. Der Vertrag wurde zwischen Papst Calixt II. und Kaiser Heinrich V. geschlossen.

Ursache: Die Simonie – also der Handel mit kirchlichem Besitz oder kirchlichen Ämtern. Seit dem 10. Jahrhundert bestimmten die deutschen Kaiser bei vielen geistlichen Ämtern, wer das Amt bekommt – also wer Bischof wird, wer Abt wird usw. Die Kirche sah die weltlichen Herrscher jedoch als Laien in Sachen Kirche an und bemängelte, dass diese „Laien“ aufgrund von politischen, gesellschaftlichen oder materiellen Vorteilen irgendwelche Personen in die Ämter einsetzten, die vllt. gar nicht in dieses Amt passten – sei es aufgrund mangelnder kirchlicher Bildung oder mangelnden Glaubens etc. Dagegen lehnte sich die Kirche auf und es kam zum Investiturstreit.

Was waren die Kreuzzüge?

„Kreuzzüge“ nennen sich im Mittelalter die Reisen sehr großer Menschenmengen aus Europa nach Jerusalem. Die Reisenden trugen dabei ein Kreuz als Symbol des christlichen Glaubens. Ihr Ziel war es, die Stadt Jerusalem von den „ungläubigen“ Moslems zu befreien und über die Stadt das Christentum zu bringen (deshalb Kreuzzüge). Dazu griffen sie zu den Waffen und machten sich mit Gotteseifer auf den Weg, jeden „Ungläubigen“ zu töten.

Man kann sich vorstellen, dass die Araber sich nicht kampflos ergaben. Als Jerusalem von den Christen erobert wurde, eroberten die Moslems die Stadt zurück. Deshalb gab es insgesamt mehrere Kreuzzüge.

Aufgerufen zu den Kreuzzügen hatte zum ersten Mal im Jahre 1096 der Papst mit den Worten „Gott will es“. Tausende christliche Ritter und Abenteuerlustige schlossen sich darauf dem ersten Kreuzzug an. Danach folgten mindestens 7 weitere Kreuzzüge, eine davon bestehend aus Kindern. Am Ende wurde das Ziel der Kreuzzüge, die Stadt Jerusalem in Christenhand zu bringen, verfehlt. Dennoch starben Hunderttausende Menschen im Zuge der Kreuzzüge und sie gingen deshalb als eine Teufelstat der Kirche in die Geschichte ein.

Wie wurden im Mittelalter Briefe verschickt?

Zuerst einmal muss dazu gesagt werden, dass die wenigsten Menschen im Mittelalter schreiben konnten. Also konnten nur diejenigen Briefe verschicken, die schreiben konnten oder schreiben ließen. Dazu zählen die Reichen, wie Fürsten, Könige oder Kaufleute und die Gelehrten, wie Mönche oder Studenten (im Spätmittelalter).

Briefe wurden dann per Bote verschickt. Weil aber ein eigener Bote sehr teuer ist, konnten sich das nur die Reichen leisten. Wenn man jedoch jemanden kannte, der auf Reisen genau dorthin ging, wo ein Brief landen sollte, konnte man dieser Person den Brief einfach mitgeben; das war billiger und somit auch für ärmere Gelehrte möglich. Man musste der Person, die den Brief mitnahm natürlich vertrauen können, denn allein das Material, auf dem geschrieben wurde, war schon sehr teuer.

Wie war die Welt im Mittelalter?

Das Mittelalter kennt kein Internet, Fernsehen, Radio oder Zeitungen. Wer im Mittelalter lebt, lebt dort – und nur dort. Die Welt um ihn herum war die einzig Reale. Kunde aus fernen Ländern klangen wie phantastische Geschichten – für uns vergleichbar mit Geschichten über Außerirdische, die Raumfahrer erzählen.

Dadurch entwickelten sich die Völker auch unabhängig voneinander. Sie waren unter sich, zwar führten sie Kriege oder handelten mit anderen Völkern, aber der Platz war dort, wo die Familie war. Reisen war nur bedingt möglich. Die Welt im Mittelalter war für die Menschen also sehr groß.

So entwickelten sich die Menschen an den verschiedenen Orten der Welt auch unterschiedlich schnell. Während bspw. im dunklen Europa Karl der Große herrschte, war Asien auf dem Höhepunkt seiner Macht. Auch die Araber waren wissenschaftlich den Europäern um Einiges voraus. Andererseits waren aber die Indianer den Europäern des Spätmittelalters militärisch weit unterlegen.

Gab es im Mittelalter noch die heidnische Religion der Germanen?

Das Mittelalter umfasst 1.000 Jahre von ca. 500 bis ca. 1500. Das Christentum breitete sich in dieser Zeit immer mehr aus. Es gab also noch die „Religion der Germanen“ – der Glaube an die „heidnischen Götter“ – er wurde jedoch immer weniger und war schon im 9. Jahrhundert unter Karl dem Großen in Deutschland nicht mehr relevant.

Die heidnischen Götter der Germanen wurden sogar verboten und das Christentum als Staatsreligion eingeführt. Die Religion der alten Germanen verschwand jedoch nicht ganz, einige Elemente davon flossen in das Christentum mit ein. Man kann aber sagen, dass die germanischen Götter schon im frühen Frühmittelalter so weit ausgelöscht wurden, dass sie keine Bedeutung im öffentlichen Leben mehr spielten.

(Mit) was spielten Kinder im Mittelalter?

Kinder hatten im Mittelalter weniger Zeit zum Spielen als heute. Sie mussten sehr früh – je nach Situation der Eltern – bei der Arbeit helfen. Dorfkinder mussten meist schon bei der Feldarbeit mithelfen, sobald sie in der Lage waren, die Arbeit auszuführen.

Spiele: In der verbleibenden Zeit dachten sie sich Spiele aus, wie bspw. Verstecken, Fangen, diverse Hüpfspiele und die Nachahmung von Erwachsenen, was zum Lernen dazu gehört.

Spielzeug: An Spielsachen hatten mittelalterliche Kinder je nach Stand mehr oder weniger Möglichkeiten zur Verfügung. Die ärmeren hatten vermutlich selbst gemachte Puppen oder Murmeln, Springseile oder Stelzen. Reichere konnten zusätzlich noch auf Brettspiele, Stelzenpferde, Räder (zum Kreiselschlagen) und Drachen (zum Drachensteigen) zurückgreifen. Die Erwachsenen konnten auch in Form von Spielen wie Kaufmann, Krämer, Ritter usw. nachgeahmt werden.

Was ist das Lehnswesen?

Ganz wichtig: das Wort „Lehn“ kommt von dem Wort „leihen“. Grundlage des Lehnswesens ist das Verleihen von Land. Die Vorteile, wenn ein Grundbesitzer sein Land verleiht waren, dass er die Felder nicht mehr mühselig beackern musste und gleichzeitig ein Anrecht auf die Treue des Lehnsnehmers (Vasall) hatte.

Das Verleihen von Land durchzog die gesamte mittelalterliche Gesellschaft: Der König verlieh Land an Fürsten; die Fürsten verliehen Land an Ritter; die Ritter verliehen Land an Bauern usw. Das Lehnswesen ging aber unter, da manche Vasallen (also Lehnsnehmer) sich mehrere Grundbesitze von verschiedenen Grundbesitzern „liehen“. Wem sollten sie also die Treue halten, wenn diese Grundbesitzer in eine Fehde gegeneinander gerieten?

Wer lebte auf einer Burg?

Es kommt darauf an, wie groß die Burg war und wievielen Personen sie demnach Platz bot. Auch welche Einrichtungen dort vorhanden waren, gab es verschiedene Bewohner. Frühe Burgtypen konnten bspw. auch nur aus einer Motte bestehen (Erdhügel mit Turm), wo dann auch nur die Familie des Burgherrn Platz fand. Je größer eine Burg ist, desto mehr Menschen konnten sich dort auch ansiedeln.

Umso reicher die Burgherren und größer die Burgen kamen noch hinzu: das Gesinde, Kammerzofen, Köche, Bauern, Handwerker, Mätressen, kirchliche Würdenträger, Berater, Adlige, Krieger, Knechte, Wachen…

Wie wurden im Mittelalter Städte verteidigt?

Die Verteidigung einer Stadt lief im Prinzip genau so ab wie die Verteidigung einer Burg. Große Städte hatten eine Stadtmauer mit Zinnen und Wehrgängen. Die Stadttore wurden, ebenso wie die Burgtore, nachts geschlossen; dann kam niemand mehr herein oder heraus.

Wenn Angreifer eine Stadt erobern wollten, versuchten sie meist zuerst, sie zu belagern; das bedeutet, sie schnitten die Zufuhr von lebenswichtigen Gütern in diese Stadt hinein ab. Wenn die Stadtmenschen dann am Verhungern waren, wurde die Stadt manchmal freiwillig aufgegeben.

Wurde die Stadt angegriffen, standen die Angreifer vor der Stadtmauer. Die Stadtbewohner, allen voran die Wachen, die auch aus Zunftmitgliedern rekrutiert wurden, verteidigten dann ihre Stadt mit allen, ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln: sie gossen heißes Wasser oder Öl auf die Angreifer herab, sie zündeten Pech an oder ließen Steine auf die Angreifer niederprasseln. Mit Pfeilen wurde ebenso geschossen und für spezielle Angriffsgeräte standen auch spezielle Verteidigungsgeräte bereit.

Was waren die Patrizier im Mittelalter?

Die Patrizier waren die reichen Leute – also die Oberschicht – der mittelalterlichen Städte. Sie waren oft Händler, die zu Reichtum gelangt waren oder Inhaber hoher Ämter.

Als Kaufleute schlossen sich die Patrizier zu Gilden zusammen (Unterschied: Handwerker schlossen sich zu Zünften zusammen) und erlangten so noch mehr Einfluss. Als die Handwerker mit ihren Zünften ab dem 13. Jahrhundert immer mehr zu sagen hatten, wollten sie die Vorrechte der Patrizier beschneiden – ihnen also bspw. das Vorrecht auf bestimmte Ämter absprechen, was sie schließlich auch erreichten.

Warum wurden im Mittelalter weise Frauen als Hexen bezeichnet?

Weise Frauen wurden bei den Germanen hoch geschätzt. Ihre heilerischen oder hellseherischen Fähigkeiten waren von allen anerkannt und gewürdigt. Den Glauben an ihre Fähigkeiten könnte man auch Aberglauben nennen. Das Wissen dieser Frauen wurde über die Generationen hinweg weiter gegeben.

Im Mittelalter wurde das Christentum in Deutschland als Staatsreligion durchgesetzt. Der Glaube an andere Götter wwurde verboten. Ähnlich erging es auch den weisen Frauen. Ihre Fähigkeiten passten nicht mehr in das Bild der mittelalterlichen Gesellschaft, das stark von der Kirche geprägt war.

Nach diesem Bild waren Frauen weniger wert, sie wussten nicht so viel und hatten kaum Chancen auf Bildung. Außerdem riefen viele von den weisen Frauen noch die alten Götter der Germanen an, was der Kirche ein Dorn im Auge war. Und sie wussten, wie man Kinder abtreiben konnte – eine Sünde für die Kirche. Außerdem konnten sie mit ihren Hausmittelchen einige Krankheiten lindern, womit sie den Ärzten Konkurrenz machten.

Es gab also für mächtige Menschen genügend Gründe, diese Frauen beseitigen zu wollen. Sie erhielten kaum Gelegenheiten, in einer Stadt Fuß zu fassen, weshalb das Bild der heruntergekommenen Hexe in ihrem Waldhaus auch so sehr wirkt. Allein schon diese Lebensumstände birgen Stoff für geheimnisvolle oder schaurige Erzählungen und die weisen Frauen wurde von einer noch magischeren Aura umgeben.

Letztendlich war Zweck einer Anklage als Hexe, die betreffende Frau aus dem Weg zu räumen. Denn wer als Hexe angeklagt war, wurde nicht selten durch die Justiz ermordet.

Warum wurden im Mittelalter Klöster gegründet?

Klöster waren Machtstützpunkte, die die Herrscher gründeten, um ihre Herrschaft zu sichern (z.B. Kloster Fulda an der Grenze zu Sachsen). Die Äbte stammten aus dem Adel (bis zum Hochmittelalter). Als Zweitgeborener hatte man keine Aussicht auf ein Erbe, weshalb viele die kirchliche Laufbahn einschlugen. Eingesetzt wurden sie vom Landesherren i.d.R. vom König. Und nach dem Investiturstreit durften sie selbst wählen, wer Abt wird oder eine andere hohe kirchliche Position erreicht.

Was waren die schlimmsten Krankheiten im Mittelalter?

Die Pocken und die Beulenpest.

Welche Bedeutung hatte Chlodwig für das Mittelalter?

Chlodwig eroberte nach und nach die Gegend um Brüssel und Antwerpen, dann die Gegenden um Paris herum, Paris selbst erst zehn Jahre später. Danach eroberte er das Elsaß, Lothringen und die Pfalz. Andere Gebiete erlangte er durch List und Tücke, indem er bspw. einen Fürstensohn überredet, dessen Vater zu erschlagen. Alle Gebiete, die er erobert hatte, vereinigte er zu einem Reich. Und so herrschte er am Ende von den Pyrenäen bis zum Rhein.

Dieses fränkische Reich war der Ursprung des Königtums. Vor Chlodwig gab es nur kleine Königreiche und Provinzen. Chlodwig erschuf zum ersten Mal ein riesiges Reich und herrschte darüber. Dieses Reich übernahmen die Nachkommen. Zwar wurden immer wieder Teile davon verloren oder hinzugewonnen, aber Chlodwig setzte mit seinen Eroberungen den Grundstein für das Königreich und das Königtum im Mittelalter.

Eine weitere einflussreiche Tat Chlodwigs war seine Taufe. Da er sehr viel Macht und viele Anhänger hatte, bewirkte seine Taufe die Durchsetzung des Christentums in Mitteleuropa.

Was genau sind Zünfte?

Eine Zunft ist der Zusammenschluss von mehreren Handwerkern des gleichen Berufs. So gibt es bspw. eine Bäckerzunft, eine Maurerzunft usw. Durch den Zusammenschluss hatten die Handwerker einige Vorteile.

Sie konnten Preisabsprachen treffen (damit untereinander kein Wettbewerb herrscht; keiner den anderen unterbieten muss und somit die Preise abstürzen und sie weniger verdienen), sie konnten ihre Belange vor dem Stadtrat besser durchsetzen, sie konnten Handwerkern ihre Arbeit verbieten, wenn diese nicht zur Zunft gehörten usw.

Warum war der Markt im Mittelalter so wichtig?

Der Markt war im Mittelalter nicht nur ein Punkt, an dem Waren ein- und verkauft werden konnten. Der Markt hatte für eine Region vielfältige Vorteile: Der Markt zog bspw. reiche Händler an, die sich in der Nähe des Marktes niederließen. Diese Händler benötigten Hilfskräfte für ihr Lagerhaus oder Bedienstete für ihr Haus. Dies wiederum erschaffte Arbeitsplätze.

Manche Städte sind sogar nur wegen des Marktes entstanden. Ein Markt brachte Handel in eine Region. Die Händler verdienten gut und gaben das Geld wieder aus. Das brachte Geld in die Region. Wenn für die Händler neue Häuser gebaut werden mussten, gab es viele Beschäftigungen für Handwerker.

Manche Städte wurden sogar nur durch große Märkte bekannt und vergrößerten sich dadurch. Dabei darf man sich den Markt im Mittelalter nicht so vorstellen wie einen heutigen Markt, auf dem Obst, Gemüse, Fleisch und Käse verkauft wird. Es gab eigene Märkte für alle möglichen Dinge, wie z. B. Fische oder Wolle.

Was war die Pest im Mittelalter?

Wenn man von der Pest im Mittelalter spricht, meint man meistens die große Pestepidemie, die von 1347 bis 1353 Europa heimsuchte. Diese spezielle Pestepidemie wurde dann später „der Schwarze Tod“ genannt, um das Finstere dieser Epoche zu betonen. Während der Pestjahre kamen ca. 25 Millionen Menschen in Europa ums Leben – rund ein Drittel der damaligen Bevölkerung.

Wenn man allgemein von Pest oder Pestilenz spricht, bedeutet das so viel wie „Seuche“. Wenn also von früheren Pestepidemien die Rede ist, muss es nicht zwangsläufig die gleiche Pest wie ab 1347 (v. a. Beulenpest) gewesen sein. Als Erreger der Pest des Mittelalters, also des Schwarzen Todes, wird allgemein Yersinia Pestis angenommen. Manche Forscher wollen den Schwarzen Tod aber anderen Krankheitserregern zuschreiben.

Spezielle Fragen zum Mittelalter

Wirtschaft und Zins?

22.06.2010 – 00:32 von ?:
Hallo, interesante Seite hast du! Ich hab mal eine Frage, wie sah die Wirtschaft in Mittelalter aus? Es gab ja Glaube ich Goldenes Mittelalter und Dunkles Mittelalter, gab es da Wirtschaftliche unterschide? Wie war das mit der Zinspolitik?

Antwort:
Zur Einführung in die Wirtschaft des Mittelalters empfehle ich: Michael North, Deutsche Wirtschaftsgeschichte – Ein Jahrtausend im Überblick, München, 2000. Unter dem „Goldenen Mittelalter“ versteht man eine Zinsfreie Zeit zwischen dem 12. und 15. Jahrhundert. Es funktionierte nach einem Prinzip des gebührenpflichtigen Geldumtauschs, wobei der Geldbesitzer zwei mal jährlich sein Geld dieser Prozedur unterwerfen sollte. Um diese Gebühren zu sparen, konnte das Geld Zinsfrei verliehen werden (nur der momentane Besitzer hatte die Gebührenpflicht), wobei auch der Leihende davon profitierte, da ihm so die Zinsen erlassen wurden.
Da, durch die Gebührenpflicht, es langsam „lästig“ wurde, Geld zu besitzen, kam es zu weitläufigen Investitionen. Das führte zu einem großen Aufschwung im Handwerk und Kunst. So kam es in dieser Zeit zum Bau vieler Kathedralen und Entwicklung der Gotik. Die Bauten entstanden oft aus freiwilligen Spenden der Bürger, die es sich leisten konnten, da allgemeiner „Wohlstand“ herrschte. Auch die meisten Städte wurden in dieser Zeit gegründet. Um 1450, als das Zinsgeld wieder eingeführt wurde, beginnt das sog. „Finstere Mittelalter“.

Deutsches Langschwert?

19.08.2010 – 17:40 von ?:
Seit wann gibt es das sogenannte Langschwert,das auch Anderthalbhänder genannt wird?

Antwort:
Eine frühe Form eines solchen Schwertes wird schon in einem Bericht aus dem Jahre 1053 erwähnt (Schlacht von Civitate). In der ausgeprägten Form wurden diese Schwerter jedoch erst zwischen dem 12 Jh. und dem 14. Jh eingesetzt (siehe die „Oakeshott-Klassifikation“) .

Hauptmann Kleidung und Aufgaben?

31.08.2010 – 17:55 von ?:
Hallo Zusammen! Eure Webseite ist einfach spitze!
Ich habe da aber eine Frage die ich bei Euch nicht gefunden habe!
Ich möchte einen Hauptmann darstellen so um 1350 n. Chr. und wollte hiermit höflich anfragen ob Ihr mir sagen könnt,
welche Bekleidung er hatte also wie so ein Hauptmann zu dieser Zeit ausgesehen hat und welche Aufgaben dieser inne hatte!?!?!?
Vielen Dank im Voraus!
Macht weiter so!
MfG

Antwort:
Ein Hauptmann war der Anführer und oberster Befehlshaber einer Truppe. Er konnte diese Truppe selbst aufstellen, aber auch dazu ernannt oder gewählt werden. Ihm fielen selbstverständlich Aufgaben, wie: Organisation, Verwaltung, Verpflegung, Besoldung, Unterbringung, Ausstattung der Soldaten etc. zu.

Wie so ein Hauptmann genau aussah bzw. wie genau er gekleidet war, hängt natürlich von den örtlichen Begebenheiten ab aber bestimmt auch von seiner „ursprünglichen“ Stellung. Ein Vogt, konnte ebenso Hauptmann sein wie ein Fürst oder Graf.
Eine einheitliche Kleidung gab es sicherlich nicht, obwohl sie sich bestimmt von der, der anderen Soldaten unterscheidete. Das wichtigste Erkennungsmerkmal war aber sicherlich der Banner.

Markt im Mittelalter?

02.09.2010 – 10:27 von ?:
Hallo Leute! Ich hab da Mla ne Frage: Was hat der Markt für die Menschen im Mittelalter bedeutet?

Antwort:
Der Markt hatte eine große Bedeutung für die mittelalterliche Stadtentwicklung.
Zum Teil aus Marktsiedlungen, entwickelten sich langsam Städte.
Die Stadt diente, unter anderem, als Umschlag– und Tauschplatz für Waren, und das Geschehen fand auf dem Stadtmarkt statt.
Die besondere Stellung des Marktes zeigte sich auch darin, dass dieser einer gesonderten „Marktgerichtsbarkeit“ und einem sog. Marktrichter unterstellt war.
Daneben wurden an vielen Märkten auch Münzen geprägt.
Die Markt- , Münz – und Zollrechte erhielt der sog. Marktherr, dh. ein weltlicher oder geistlicher Feudalherr.
Topographisch gesehen, lagen die Märkte , fast ausschließlich, in Stadtzentren. Auch die Marktsiedlungen lagen meistens in der Nähe von Herrschaftssitzen und kirchlichen Zentren.
Somit wurde der Markt selbst, zu einem der zentralen Stellen einer Stadt, welche auch den sozialen Kontakten diente.

Stolze Deutsche?

02.09.2010 – 21:38 von René:
Hey, ich finde eure seite echt gut. Habe nur mal eine kurze frage. Und zwar habe ich von meiner Geschichtslehrerin die frage gestellt bekommen, „gab es deutsche im mittelalter“ und damit meinte sie „stolze personen die anderen gesagt haben sie seien „stolz ein deutscher zu sein“?
Da es ja früher kein wirkliches deutschland gab, sondern das land in mehreren reichen eingeteilt wurde und von königen regiert. Daher hoffe ich mal das es eine berechtigte frage ist.

Antwort:
Einen einheitlichen Deutschen Staat gibt es erst seit 1871. So weit, so gut. Die „Deutsche Nation“ gibt es schon etwas länger. Allerdings, ist die mittelalterliche Nation nicht der Nation in unserem, modernen Sinne gleich zu setzen.
Der Begriff wird aus dem lateinischen Wort „natio“ (Geburt, Herkunft ) abgeleitet, und meint eine Gruppe von Menschen einer gemeinsamen Abstammung, Kultur sowie Sprache. In diesem Sinne könnte man von einem Sammelbegriff für mehrere ethnische Gruppen (z.B. Sachsen, Ermländer, Thüringer, Bayern, Niederländer etc.) sprechen.
Man verstand sich, sicherlich, in erster Linie als Sachse, und erst dann, wenn überhaupt, als Deutscher. Sich als Deutscher im Mittelalter zu sehen, käme ungefähr der heutigen Identifizierung als zB. ein Slawe gleich.

Also, um es kurz zu machen: ja, es gab Menschen im Mittelalter, die sich als Deutsche sahen und möglicherweise auch stolz darauf waren, wobei „deutsch“, wie auch der Begriff „Nation“, in einer Abgrenzung zu den modernen Begriffen behandelt werden sollten..

38 Comments:

  1. Hallo! Eure Seite ist spitze! Ich arbeite momentan an einer Geschichte und hätte eine Frage:

    Und zwar, wie wurde ein Hauptmann überhaupt zu einem Hauptmann? Wurde vom Ritter zum Hauptmann ernannt? Oder wie hat das ganze funktioniert?

  2. Halloo, ich habe eine frage : „Woran erkannte man Adelige im Mittelalter?“ Antwortet bitte schnell. LG

  3. Wie wurden im Mittelalter Neuigkeiten verbreitet? Es gab keine Zeitungen. Gab es so etwas ähnliches? Wie wurde etwas verkündet? Ich Möchte eine Hochzeitszeitung machen die mittelalterlich sein soll. Hoffe auf baldige Antwort. LG Irene

    • zur frage:wie wurden im mittelalter neuigkeiten verbreitet?
      entweder man ist von haus zu haus gegangen oder wenn markt stellte man sich auf den markt und schrie es so laut man konnte,vielleicht gab es aber auch zeitung

  4. Ich brauch eine Antwort auf eine Frage also: Gehört das Umland der Burg direkt zur Burg?

  5. ich wollte eigentlich wissen ähm was ist für Vorteile und Nachteile gab als man den Müll entsorgt

  6. Inwieweit fußte das Frankenreich auf römischen Traditionen?

  7. Was trugen die reisenden Männer im Mittelalter?

  8. Was truhen die reisenden Männer im Mittelalter?

  9. wie viel % der Menschen konnten im Mittelalter lesen und schreiben ???

  10. Wer hatte im Mittelalter die Macht? Papst (Kirche) oder Kaiser (Adel)

  11. Hallo:) ich habe eine Frage: Was haben die Menschen im Mittelalter angezogen? Ich bitte um schnelle Antwort:).

  12. Liebes Team,

    bitte seht Euch das Kapitel „Merowingischer Bruderkrieg“ nochmal an.
    Da stehen einige Dinge drin, die ich ganz anders kenne.
    (Childebert II., der Vertrag von Andelot etc.)

    VG

    Ursula Groß

  13. WER REGIERTE EINE MITTELALTERLICHE STADT UND WELCHE STREITIGKEITEN ENTSTANDEN?

  14. hallo,
    Die Website ist wirklich spitze!
    Ich hätte eine Frage :Haben die Krankheiten und Seuchen das Mittelalter sehr beeinflusst?

  15. Fragen und Anmerkung

    Bin jetzt bei Fragen übers Mittelalter öfters auf dieser Seite gelandet und finde sie sehr gut und interessant. Einen möglichen Fehler hab ich allerdings entdeckt. Gesalzene Speisen wurden wahrscheinlich nicht mit Gewürzen überwürzt, da die Gewürze zu Teuer dafür waren. Da wäre es billiger gewesen, das Fleisch zu ersetzen. Nun zu meinen Fragen:
    1). Wurde an Markttagen zu Hause nicht gearbeitet oder konnte man dann einfach nicht zum Markt gehen? (Z.B. Bauern, deren Arbeit ja den ganzen Tag dauerte.)
    2). Wer stellte Handschellen und Fussfesseln her? (sonstige Folterinstrumente)
    3). Was trugen Bauern, deren Kinder für Kleidung, Schuhe? (Lederschuhe, Bundschuhe, Trippen?), was trugen sie nachts? (Nackt?)
    4). Gab es Türschlüsser in Bauernhäusern?
    5). Wurden Dörfer auch abgeschirmt (Stadtmauer), oder blieben die offen und hatten bei einem Überfall einfach Pech?
    Vielen Dank und weiter so! :-)

  16. Kirche im Mittelalter

    Hallo,
    wir halten ein Geschichtereferat über die Rolle der Kirche im Mittelalter. Dazu hätten wir eine kurze Frage.
    Wie und durch was (Gottesdienste, etc.?) war die Kirche im Alltag der einfachen Leute, zum Beispiel der Bauern, vertreten?
    Über eine schnelle Antwort würden wir uns freuen.
    Viele Grüße,
    10b

  17. Reichtum der Könige

    Ich hätte eine Frage zum Besitz der Könige: Wie wurden die Könige reich bzw. woher stammte ihr Reichtum? Im Lehnswesen erhielten sie gegen ihre Ländereien ja nur die Treue ihrer Vasallen – oder auch ganz konkrete Abgaben? Wurde z.B. der Zehnt von den Bauern über alle „Ränge“ bis ganz oben zum König „durchgereicht“? Oder war der Zehnt nur eine Abgabe an die Kirche? Wie war das mit den Steuern im Mittelalter, wer zahlte sie an wen?
    Vielen Dank schon mal im Voraus, ich freue mich auf die Antwort!

  18. HANNES@BREITBACH-DESIGN.DE

    Eure Wie waren Ritter und Waffenknechte während der Stauferzeit bekleidet und bewaffnet? Welche Kennzeichnung hatten z.B. Deutsche Ritter und Waffenknechte während dieser Zeit auf den Kreuzzügen, wenn sie keinem Orden angehörten? Führten Sie auch Ihr eigenes Banner mit? Beste Grüße Hannes

  19. Stadtluft macht frei

    Wie konnte man beweisen, dass man 1 Jahr und 1 Tag in der Stadt sich versteckt hat?

  20. Warum bleibt die Bildung eines einzigen Königreichs während des Mittelalters aus?

  21. Wesshalb waren die Leute im Mittelalter sehr gläubig?
    Wieso gab es so viele Christen?

  22. ich finde die internet seite gut!

  23. Diese Seite ist echt toll!!!Ich hab aber noch eine Frage:Was hielt das volk von der Hexenverbrennung?

  24. "Chemische" Waffen

    Hallo,

    ich habe Fragen bezüglich „chemischer“ Waffen. Also, wie sah es aus, ob es solche schon gab. Beispielsweise Bomben. Welche Arten von Waffen es demnach gab…
    Also auch Rauchbomben oder dergleichen.
    Und wie sicher waren die?

    Würde mich über eine Antwort freuen.
    Danke

  25. Hallo ich habe da mal eine frage. Gehörten Frauen zum deutschen Orden um 1200 Jahrhundert? Es ist schwer etwas im Internet über Frauen in dieser Zeit zu finden.
    Danke schon mal im voraus

  26. Grenze von europa in antiker und mittelalterlicher Geographie

    Hallo zusammen,

    könnten ihr mir sagen wie die Grenze damals verlief und warum das so war?
    Gruß Stefan Kistner

  27. Halo ich häte da eine frage : wurden im mitelalter ďie leute getötet wen sie dem könig nich gehorchen
    vile grüse Kawsar samadi

  28. Hi, ich hätte da mal eine frage: wer handelte mit wem ? bzw. mit wem handelten die eropäer und was handelten sie?

  29. wie nennt man die reichen leute im Mittelalter

  30. Taufe im Mittelalter

    Wenn jemand seine Kinder taufen lässt, so darf er von hier und auswärts insgesamt nicht mehr als 20 Leute einladen? Warum?????

  31. Alltag von Handwerker und Kaufleute

    hallo,ich habe eine frage :
    Wie ist der Alltag von Handwerker und Kaufleute ?

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