Die Wikinger

Einführung

Die gefährlichsten Feinde der fränkischen Könige und der Bewohner des nördlichen Frankreichs überhaupt waren die Wikinger. Ihr wisst schon, dass die Bewohner von Dänemark, Schweden und Norwegen von den Deutschen diesen Namen bekommen hatten.

Oft wird das Wort „Wikinger“ als Synonym für „Normannen“ benutzt. Das ist aber nicht richtig. Mit Normannen sind einige nordische Volksgruppen gemeint, wovon auch die Wikinger eine sind.

Dieses Seeräubergesindel beunruhigte schon unter Karl dem Großen (800) die Küsten von Deutschland und Frankreich; Karl wusste sie aber durch gut bemannte Flotten in Respekt zu halten; unter seinen schwachen Nachfolgern aber hatten sie leichteres Spiel und hausten fürchterlich. Die großen Wikingereinfälle fanden vom 8. bis zum 10. Jahrhundert statt.

Inhalt

Wikinger transportieren ihr Boot
„Vikinger transportieren ihr Boot“, 1555, aus Oliver et Patrick Poivre D’Arvor: Coureurs des Mers auf http://commons.wikimedia.org

Die Taktik der Wikinger

Sie kamen auf Ruderschiffen mit einem Segel, wovon jedes, neben dem nötigen Mundvorrat an geräuchertem Fleisch, Zwieback, Käse, Bier und ungefähr hundert Mann enthielt. Damit fuhren sie an die Seeküste und wo sie glaubten, dass gute Beute zu machen war, da stiegen sie aus und schleppten alles, was ihnen in die Hände fiel, auf ihre Fahrzeuge.

Schon 30 Jahre nach Karls des Großen Tod liefen sie mit einer kleinen Flotte in die Mündung der Seine ein und plünderten die Stadt Rouen. Mit einer anderen Flotte schifften sie die Loire hinauf und kamen bis nach Tours. Überall verbreiteten sie Furcht und Schrecken. Sie plünderten Städte und Dörfer, führten die männlichen Bewohner als Leibeigene fort, teilten sich die Weiber und Mädchen, raubten das Vieh, das Hausgerät, kurz alles, was ihnen nützlich erschien, und bepackten damit ihre Schiffe.

Die Einfälle der Wikinger

Jedes Jahr erschienen sie mit größeren Flotten. Rouen wurde 855 zum zweiten Mal geplündert; sie drangen die Seine aufwärts bis Paris und brannten einen Teil davon nieder. Karl der Kahle musste den Frieden mit Geld von ihnen erkaufen. Hierauf verließen sie die Ufer der Seine, aber sie liefen in die Garonne ein und kamen bis Bordeaux. So ging es weiter bis 885, wo Paris zum zweiten Mal von ihnen belagert, aber doch durch Geld gerettet wurde.

Die Wikinger siedeln sich in Frankreich an

Schließlich kam es so weit, dass die Wikinger unter ihrem Anführer Rollo sich ganz in Frankreich ansiedelten. Dies geschah im Jahr 912 zur Zeit Karls des Einfältigen. Rollo verlangte von diesem armen König die Provinz Neustrien und seine Tochter. Karl gab ihm beides, um nur Ruhe vor ihm zu haben. Nun wollte Rollo auch noch die Bretagne und auch dies musste ihm, nach einigem Sträuben, zugestanden werden. Dagegen huldigte Rollo für diese schönen Länder seinem Schwiegervater als Oberlehnsherrn, tat aber übrigens, was er wollte.

Wikinger und Franken verschmelzen zu einem Volk

Nach dem Namen der Normannen wurde von dort an die bisherige Provinz Neustrien in Normandie umgenannt und Rouen wurde die Hauptstadt davon. Die Fremdlinge heirateten fränkische Mädchen und so verschmolzen bald Normannen und Franken miteinander in ein einziges Volk, aus dem, wie ich euch sogleich erzählen werde, Helden hervorgingen, die England und einen großen Teil von Italien eroberten.

Quelle:

  • Dr. Georg Ludwig Jerrer: Die Weltgeschichte für Kinder, Band 2, 5. Ausgabe, Nürnberg: Verlag von Friedrich Campe, 1833.

Ein Kommentar:

  1. was ist mit Slaven?
    Ist es ein Thema?

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