Erster und Zweiter Hanse-Dänemark-Krieg

Im Mittelalter kam es zu zwei Kriegen, zwischen den Hansestädten und Dänemark. Der erste fand zwischen 1360/61 und 1365 statt. Der zweite Krieg zwischen 1368 und 1370. Doch wirklichen Frieden gab es zwischen beiden Parteien nie, so dass man eigentlich viel mehr von einer langjährigen Auseinandersetzung sprechen kann, als von einzelnen Kriegen. Bekannt sind diese Kriege auch einfach als Hansekriege.

Erster Hanse-Dänemark-Krieg

1259 kam es zu einem Städtebund zwischen Lübeck, Kiel, Wiesmar, Rostock und Stralsund. Dies war der wendische Städtebund und diente dem Schutz der Handelswege auf dem Land und auf der See. Als aber König Waldemar IV in Dänemark Schonen und Gotland eroberte, waren sich die Hansestädte nicht mehr einig. Einige fühlten sich bedroht, andere sahen darin neue Chancen. Dennoch kam es zum Krieg, den die Dänen für sich entschieden. Waldemar nutzte die Uneinigkeit der Hansestädte zu seinem Vorteil und zwang die Hanse, die unter der Führung Lübecks in den Krieg gezogen war, zu einem Friedensabkommen. Im November 1365 unterzeichneten die Hansestädte den Friedensvertrag von Vordingborg, da sie bereits den größten Teil ihrer Flotte verloren hatten. Da sich aber auch in Norwegen und Schweden die Machtverhältnisse immer mehr stärkten, hielt die Hanse nicht lange an dem Friedensabkommen fest und plante einen erneuten Angriff.

Zweiter Hanse-Dänemark-Krieg

Waldemar IV baute seine Machtverhältnisse immer weiter aus und schränkte die Handelsmöglichkeiten der Hansestädte immer weiter ein. 1367 gründete man die Kölner Konföderation. Neben den rund 60 Hansestädten waren auch drei niederländische Städte an dieser Allianz beteiligt. 1368 ging man ein weiteres Bündnis ein; diesmal mit dem schwedischen König, sowie zahlreichen Adeligen aus Norddeutschland und Dänemark. Gemeinsam erklärte man Waldemar IV zum zweiten Mal den Krieg.
Im April 1368 gab es einen ersten Angriff auf Kopenhagen. Danach zog man weiter nördlich nach Schonen. Auch der südliche Bereich von Jütland, sowie Teile Norwegens wurden besetzt. Auch wenn Helsingborg standhaft blieb und bei den kriegerischen Gegnern eine Winterpause erzwang, musste Waldemar IV bereits flüchten. Im Frühling zogen die Hansen gleich wieder in die Schlacht und griffen an, doch erst im Sommer konnten sie erste Siege in diesem Areal verbuchen. 1369 wurde ein Waffenstillstand vereinbart.

Frieden von Stralsund

Der Frieden von Stralsund beendete die lange Fehde zwischen den Hansestädten und Dänemark. Nachdem Ende November 1369 ein Waffenstillstand vereinbart wurde, traf man sich knapp ein halbes Jahr später in Stralsund, um den Frieden zu besiegeln. Fast einen Monat lang verhandelte man hartnäckig, wobei es den Hansestädten weniger um Machtgebiete ging, als vielmehr um Vorteile im Handelsgeschäft. Am Ende des Monats Mai 1370 hatten sich schließlich alle geeinigt und das Königreich Dänemark, sowie die Kölner Konföderation unterzeichneten den Frieden von Stralsund.

Quellen:

  • Hammel-Kiesow, Rolf: Die Hanse, Beck Verlag, München 2008, S. 27-50
  • Dollinger, Philippe: Die Hanse, Kröner Verlag, Stuttgart 1998, S. 21-54

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