Der Adel im Mittelalter

Einführung

Den Adel, wie er im Mittelalter existierte, gibt es heute nicht mehr. Der Adel war eine Gesellschaftsschicht, die sich viele Rechte herausnehmen konnte. Er war bevorteilt gegenüber den unteren Ständen, da er Reichtum hatte und sich damit alles erkaufen konnte. Kennzeichen für Adel waren Grundbesitz und Grundherrschaft und dass der Adelstitel vererbbar war. Es gab also den Bürgerstand und den vererbbaren Adelsstand

Der Adel machte Politik, ließ Menschen für sich arbeiten und herrschte so über den Rest der Bevölkerung

Bis zum 11. Jahrhundert war der Übergang zwischen Bauer und adligem Ritter fließend. Wenn es ein Bauer zu großem Besitz brachte, und sich somit den adligen Lebensstil leisten konnte, war es für ihn auch möglich in den Stand des Adels aufzusteigen.

Ab dem 11. Jahrhundert konnte man nicht mehr adlig werden. Nur wer von einem Adligen abstammte, konnte auch selbst zum Adel gehören. Der Adel sah sich selbst als von Gott auserwählt an und damit er seine Privilegien nicht verlor, schaffte es nur selten ein unadlig geborener durch besondere Leistungen in den Stand des Adels aufzusteigen.

Das Wort „Adel“ ist verwandt mit dem Wort „edel“, was auch in unserem heutigen Sprachgebrauch ungefahr das ausdrückt, für was sich die Adelsgeschlechter früher hielten.

Inhalt

Entstehung des Adels

Wann der Adel entstanden ist, konnte bisher noch nicht geklärt werden, da es in allen bisher bekannten Gesellschaften in der Geschichte eine gesellschaftliche Oberschicht gab, die über den Rest der Bevölkerung herrschte.

Das Hervortreten eines Adelsgeschlechts beginnt mit dem Zuwachs an Einfluss auf das öffentliche Geschehen, wodurch Dinge so gesteuert werden können, dass sie die eigenen Bedürfnisse am ehesten befriedigen. Dadurch erhält das aufstrebende Geschlecht auch wirtschaftliche Macht, kann in seine Entwicklung investieren, schneller aufblühen und hebt sich somit von der Gesellschaft ab. Mit wachsendem Einfluss hängen immer mehr Menschen von dem Geschlecht ab, z. B. wenn es Arbeitgeber für die Menschender Region ist.

Die gewachsenen eigenen Freiheiten nutzt das emporstrebende Geschlecht dann, um seine Nachbarn politisch und militärisch zu führen. Die Nachbarn können nicht anders, als sich zu fügen, da sie abhängig von der Güte des gewachsenen Geschlechts sind. Sobald sich diese gehobene Stellung gefestigt hat und weitervererbbar ist, kann man von dem Stand des Adels sprechen.

Diese vererbbare Herrschaft entstand also durch eine Überlegenheit gegenüber dem Rest der Bevölkerung. Man konnte über die Bevölkerung herrschen. Die Überlegenheit konnte militärisch, wirtschaftlich oder von einem Höherrangigen verliehen worden sein.

Wenn die Überlegenheit militärisch war, spricht man auch vom Schwertadel oder Rittertum.

War die Überlegenheit wirtschaftlich, handelte es sich meist um Großgrundbesitzer.

Wurde der Adelstitel von einem Höherrangigen, wie z. B. einem König, verliehen, spricht man von Dienst- oder Amtsadel. In diesem Falle wurde also eine Überlegenheit gegenüber dem Rest der Bevölkerung einfach durch einen Titel verliehen.

Aufstieg des Adels

Der Aufstieg des Adels, wie wir ihn aus dem Hochmittelalter kennen, beginnt um die Jahrtausendwende. Die Anfänge machten die überlegenen Geschlechter, indem sie sich die Bauern untertan machten. Sie nutzten ihre Macht aus, um den Bauern Privilegien zu nehmen. So mussten die Bauern den Befehlen der „Herren“ gehorchen, durften nicht mehr jagen und auch keine Waffen besitzen. Die mächtigen Herren selbst hatten die Mittel, um sich Pferd, Rüstung und Waffen zu kaufen und entwickeltensich somit zu einem Kriegerstand.

Der Adel bildete also in der Anfangsphase seines Aufstiegs ab dem 10. Jahrhundert das eigentliche Rittertum in Deutschland. Man muss sich das vorstellen, wie einige Familien, die dafür kämpften, mehr Macht zu bekommen.

Erst im 12. Jahrhundert wurde innerhalb des Adels nochmals unterschieden: Es entstanden der niedere Adel, Grafen und Fürsten. Zu dieser Zeit war es soweit, dass der gemeine Bauer so gut wie keine Rechte mehr hatte und der Adel sich alle Rechte herausnahm. Die Herren hatten so viel Macht, dass sie ihren Adelstitel vererben konnten. So festigten sie ihre Position.

Aber nicht nur der Adelstitel wurde vererbt, mit ihm auch die Ritterburg, das Land und die Leute, die darauf lebten – kurz gesagt das Lehen wurde vererbt. So blieb eine Region im Besitz einer Familie. In der damaligen, adligen Vorstellung wurde man göttlicherweise als Lehnsherr geboren und konnte somit herrschen und walten, wie man wollte – was mancherort in Willkür- oder sogar Schreckensherrschaft gipfelte.

Die Fürsten standen über dem niederen Adel und den Grafen. So konnte sich ein Fürst ein Ritterheer unterhalten, aus Rittern, die auch adlig waren.

Schwächung des Adels

Im 13. Jahrhundert begann dann allmählich eine Krise, in der die Willkür des Adels zurückgeht. Um 1400 wurde die Selbstständigkeit des Adels weiter gemindert, da das Königtum weiter an Bedeutung gewann.

Ab dem späten 14. Jahrhundert zog der Adel an die Höfe der Fürsten. Der Landfrieden 1495 beschnitt die letzten Aufgabenfelder des Adels.

Diener des Adels

Es gab verschiedene „persönliche Diener“ der Reichen im Mittelalter:

Die Sklaven, die alle möglichen Dienste verrichten mussten und im Hause ihres Herrn wohnten.

„Leibeigene“ wurden die abhängigen Bauern genannt, die für einen reicheren Herrn das Land bewirtschaftetn.

Die Dienstboten wohnten in späterer Zeit auch im Haus des Herrn, vermutlich wurden sie im Mittelalter aber eher als „Boten“ benutzt, um Nachrichten zu überbringen etc.

Dann gab es noch die Knechte, die gewisse Arbeiten verrichteten. Seit dem frühen Mittelalter wurde das Wort aber abgewertet und als eher beleidigend angesehen. So ist der Henkersknecht einer der geächtetsten Berufe gewesen. Im späten Mittelalter gab es die Landsknechte, die als Soldaten in den Krieg zogen.

Nicht zu vergessen die Knappen, die den Rittern unterstellt waren und von ihnen ebenfalls zu Rittern ausgebildet wurden. Da der Knappe häufig das schwere Schild des Ritters trug, wurde er auch „Schildknappe“ genannt. Andere Wörter für ihn wären Page oder Edelknappe.

2 Kommentare:

  1. Super und der einzige verständliche Eintrag im Web

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