Schlacht bei Löwen

Die Schlacht bei Löwen im Jahr 891

Die Wikinger ließen sich in der Nähe von Löwen im heutigen Belgien nieder, wo sie auch überwintern wollten. Dafür errichteten sie sich ein Lager zwischen der Dyle und einem Sumpf und verstärkten es durch einen dichten Verhau.

Währenddessen kehrte der ostfränkische König Arnulf aus Mähren zurück und beschloss, die Niederlage seiner Truppen gegen die Wikinger am Fluss Geul wieder auszubügeln. Er stellte ein Heer aus Ostfranken und Schwaben zusammen. Jedoch wurden die Schwaben durch eine Seuche davon abgehalten, ihn tatkräftig zu unterstützen.

So traf er mit seinen Ostfranken in der Nähe von Löwen ein und kundschaftete das Lager der Wikinger aus. Arnulf befand das Lager für unangreifbar, da seine Truppen besser zu Pferd kämpfen konnten, diese Stärke aber nicht einsetzen konnten. Nach langem Überlegen, wie er unter solchen Umständen vorgehen sollte, bestellte er die Anführer seines Heeres zu sich und hielt folgende Rede:

„Männer, die ihr Gott fürchtet und mit seiner Hilfe in Verteidigung eures Vaterlandes stets unbezwinglich waret, bedenkte, ob ihr das Blut eurer Anverwandten rächen wollt, das diese Heiden in ihrer Wut vergossen haben: ob ihr rächen wollt die gestürzten Tempel des Schöpfers und der Heiligen und ihrer hingeschlachteten Diener! Ihr seht die Urheber aller dieser Verbrechen vor euch. Wollt ihr mir folgen, wenn ich vom Pferde steige und an eurer Spitze mit der Fahne in der Hand vorrücke? – Lasst uns diese Feinde im Namen unsers Gottes angreifen, denn nicht unsere, sondern dessen Sache haben wir zu rächen, der Alles vermag.“

Diese Rede hatte eine so große Wirkung auf die Ostfranken, dass Alle sofort vom Pferd stiegen und sich zum Fußkampf bereit erklärten. Nur ein Reiterkorps wurde zur Deckung des Rückens als Reserve aufgestellt; der Rest des Heeres rückte gegen den das feindliche Lager vor. An dem Verhau des Lager kam es zu einem fürchterlichen Kampf, da die Wikinger ihre tapfersten Truppen in dem Lager bei Löwen vereinigt hatten.

Trotzdem eroberten die Ostfranken das feindliche Lager und trieben die Wikinger in den hinter ihnen liegenden Fluss, wo die meisten ertranken. Zwei normannische Könige – Siegfried und Gottfried – wurden bei dieser Schlacht getötet und sechzehn Fahnen fielen König Arnulf in die Hände. [1, S. 347-349]

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