Schlacht auf dem Lechfeld

Die Schlacht auf dem Lechfeld im Jahr 955

Der ungarische Herzog Toxis wollte erneut im ottonischen Reich einfallen und plündern. Damit er die Truppenstärke König Ottos I. ausspionieren konnte, sandte er unter dem Vorwand der Friedenserhaltung Abgeordnete, die von Otto freundlich aufgenommen wurden. Als die Abgeordneten mit Geschenken zurückkehrten und die Truppenstärke mitteilten, versammelte Toxis 100.000 Mann, um das HRR (Heiliges Römisches Reich) zu überfallen. Er überschwemmte mit seinen Truppen das ganze Land um die Donau und den Schwarzwald.

König Otto rief den Heerbann nach Augsburg aus. Dort versammelten sich alle Truppen, die er in acht Heerhaufen unterteilte. Er selbst befehligte den sächsischen Heerhaufen. Am Tag vor der Schlacht empfingen König Otto und die Fürsten das heilige Abendmahl von Bischof Ulrich. Dabei schworen sich alle einander Treue und Anstrengung im gemeinsamen Kampf.

Die Ungarn hatten ihr Heer in drei Heerhaufen geteilt. Auf dem Lechfeld standen zwei Heerhaufen unter den Feldherren Bultzu und Lehel, die wiederum unter dem Oberbefehl von Toxis standen. Der dritte Heerhaufen bildete mit 40.000 Mann unter dem Befehl von Botyondy eine Art Reserve.

Die „Deutschen“ scheinen folgende Schlachtordnung gehabt zu haben: Die Bayern bildeten in drei Abteilungen die Front. Dahinter standen Sachsen und Franken. Die Schwaben und Böhmen standen im dritten Treffen.

Die Ungarn waren mit der Angriffsweise der Bayern vertraut und wichen ihnen aus. Sie umgingen die Flügel des Heeres und stürzten sich auf das dritte Treffen aus Schwaben und Böhmen. Diese wurden von den Ungarn überworfen und flohen. Die Franken kamen den fliehenden Böhmen und Schwaben zu Hilfe und konnten deren Schlachtordnung wieder herstellen. Dabei wurde aber ihr tapferer Herzog Konrad durch einen feindlichen Pfeil getötet.

Dann unternahm König Otto, der mit der heiligen Lanze bewaffnet war, mit dem sächsischen Heerteil einen Angriff auf die Ungarn, um die Schlacht zu entscheiden. Die Ungarn ermüdeten nach langer Gegenwehr und flüchteten über unzählige Leichen. Wer den nachsetzenden Deutschen entkam, stürzte sich in die Fluten des Lech und ertrank oder wurde gefangen genommen. Unter den Gefangenen befanden sich Bultzu, Lehel und Ursur, die Otto zum Tode durch den Strang verurteilte, da sie dem aufständischen Pfalzgrafen Arnulf von Bayern Hilfe geleistet hatten. Sie wurden in Regensburg gehängt.

Von dem ungarischen Heerhaufen waren am Ende nur noch sieben Mann übrig. Ihnen wurden die Ohren abgeschnitten und danach wurden sie in ihr Heimatland zurückgeschickt, um dort von der erlittenen Niederlage zu erzählen. Der dritte ungarische Heerhaufen hatte sich in den Schwarzwald geflüchtet und versuchte, von dort aus in die Heimat zu gelangen. [1, S. 388-390]

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