Die Schlacht bei Göllheim

Schlacht bei Göllheim im Jahr 1298

Auf dem Wahltag am in Mainz wurde König Adolf abgesetzt. Dafür wurde Herzog Albrecht von Österreich zum deutschen König gewählt, was aber der bisherige König Adolf nicht hinnehmen konnte. Er beschloss, seine Königswürde bis auf den letzten Tropfen Blut zu verteidigen.

Herzog Albrecht wollte daraufhin sein Recht durchsetzen und belagerte Alzey. Weil aber die meisten Städte im Elsaß zu König Adolf hielten, litten die Truppen von Herzog Albrecht erheblich unter der Feindschaft der Städte. Daher beschloss Albrecht, über Straßburg und Worms den Rhein entlang Richtung Süden zu ziehen. König Adolf befand sich aber bei Kenzingen in einem verschanzten Lager und beschloss, die abziehenden Feinde anzugreifen.

Zwischen Göllheim und Rosental kam es am 2. Juli zu einem Zusammenprall der beiden Heere. Albrecht ließ seine Truppen auf dem Hasenbühl, einer Anhöhe, Stellung beziehen und teilte sie in drei Heerhaufen ein. Dem mittleren Heerhaufen befahl er, an Ort und Stelle zu warten, bis König Adolf mit seinem Heer angriff. Die beiden Heerhaufen an den Seiten sollten den Feind sodann von beiden Flanken umgehen und einschließen. Dann sollten alle Truppen hauptsächlich die Pferde von Adolfs Heer niederstechen, die Reiter aber verschonen und gefangen nehmen. Ebenso sollte König Adolf gefangen genommen werden oder, falls dies nicht möglich war, niedergehauen werden. Und damit die Feinde Herzog Albrecht nicht erkennen konnten, legte er sich eine unscheinbare Rüstung an und stattete mehrere Ritter mit Waffen aus, die seinen Waffen genau glichen.

Auf der anderen Seite wartete König Adolf noch auf die Truppen verschiedener Reichsstände, bis diese endlich eintrafen. Sein Heer war aber trotzdem schon zahlenmäßig überlegen. Daher beschloss Adolf, die Ankunft der noch fehlenden Truppen nicht abzuwarten und zog – gegen den Rat seiner Feldherrn – gegen die Mitte des feindlichen Heeres vor. Dort traf er zunächst auf keinen Widerstand, aber kurz darauf wurden sie von beiden Flügeln her von Albrechts Heer eingeschlossen – genau so, wie er es geplant hatte. Dann begann der Angriff der Österreicher und ihrer Bundesgenossen von allen Seiten. Diese Schlachtordnung und die Pfeile der Cumanier und der Ungarn brachten große Verwirrung in Adolfs Heer.

Diese geplante Umzingelung durch den Feind führte dazu, dass Adolfs Truppen der Mut verließt und sie ins Wanken gerieten. Um ein vorschnelles Ende der Schlacht aber zu verhindern, stürzte sich Adolf in die vorderen Reihen, um die Ordnung wieder herzustellen. Er wollte mit seinen Rittern die österreichische Mitte durchbrechen und drang tapfer in die gegnerischen Reihen vor. Nachdem sein Pferd verwundet umstürzte und er seinen Helm verlor, schwang er sich auf ein neues Pferd und stürzte sich erneut in das Kampfgeschehen, wo er Albrecht angriff. Aber er konnte sich nicht behaupten und wurde schließlich durch etliche Stichwunden getötet.

Durch die Anweisungen Albrechts, zunächst die Pferde der Angreifer niederzustechen, wurden in der Schlacht bei Worringen relativ wenige Soldaten getötet, bis Albrecht als Sieger hervorging. Die Mahlstatt wurde nur von wenigen Leichen bedeckt, dafür aber lagen 2.000 verwundete Soldaten Alberts umher, was auf die Einführung der langen, von Albrecht erfundenen Schwerter zurückzuführen ist. An jenem Tag soll außerdem eine so große Hitze geherrscht haben, dass mehrere Ritter in ihren Rüstungen erstickten. Der Pfalzgraf Rudolf und Herzog Otto von Bayern führten das geschlagene Heer über den Rhein zurück nach Heidelberg. [2, S. 625-627]

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