Blasonieren: Die Beschreibung der Wappen

Einführung

Das Blasonieren ist die bekannteste und gebräuchlichste Art der heraldischen Arbeiten, sie beschreibt ein jedes Wappen in heraldischer Weise.

Beim Blasonieren ist es wichtig in heraldischen Kunstworten zu sprechen, sowie in Genauigkeit und Kürze. „Ein Wort zu viel, ist ebenso ein Fehler, als ein Wort zu wenig!“

Inhalt

Ordnung im Blasonieren

Nur zusammengefasste Wappen erfordern ein Nachdenken, es wird schwieriger, je mehr zusammengesetzt werden. Wenn von vorn herein die Bedeutung der Wappenbilder bekannt ist, lässt sich darauf der Plan der Anordnung der einzelnen Wappen erkennen. Ist die Anordnung bekannt, ist es keine Schwierigkeit mehr alles in der richtigen Ordnung zu beschreiben oder blasonieren.

Allgemeine Regeln des Blasonierens

Es wird mit der Beschreibung des Schildes begonnen, dann folgen die Nebenstücke des Wappens.

Besondere Regeln des Blasonierens

Anfangs wird die Teilung des Schildes beschrieben, ob es quadriert oder quer geteilt, vielmal in die Länge oder in der Länge und quer zugleich geteilt ist, aus wie vielen Pfählen oder Klassen es besteht. Die Beschreibung der Hauptteilung wird in folgender Reihenfolge geordnet:Mittelschild und Herzschild, Schildhaupt, Schildfuß, rechte und linke Schildseiten, Eintropfung. Voraussetzung ist natürlich das Vorhandensein mehrerer genannter Teile.Wenn mehrere Mittelschilde vorhanden sind, wird das Aussehen des Wappens, ob gut oder schlecht, entscheiden, womit die Blasonierung des Schildes beginnt. Man schaut, ob die vornehmen Wappen im Mittelschild oder am Schildrücken angebracht sind, sind mehrere Mittelschilde vorhanden, wird zuerst das oberste oder das mittlere Wappen zuerst blasoniert.Die Rückenschilde bestehen meist aus mehreren bis vielen Feldern, sie sind Reihenweise (Querstreifen), Pfalweise (Längsstreifen) oder Klassenweise, also verschränkt, sodass mehrere Wappen zusammen eine besondere Klasse bilden. Jede Hauptschildteilung, z.B. Quadrierung, hat einen besonderen Mittelschild.

Aufbau eines Wappens

Bei Reihenweise angeordneten Schilden fängt die Blasonierung in der obersten Reihe an und geht weiter Reihe für Reihe bis zur untersten Reihe.

Bei Pfalweise angeordneten Schilden beginnt die Beschreibung im mittleren, selten auch im ersten Pfal, es folgen die Pfale auf der rechten, dann auf der linken Seite.

Bei klassenweise angeordneten Schilden wird bei Quadrierten als erstes das Feld oben rechts beschrieben, dann folgen das Feld oben links, die Wappen der dritten und vierten Klasse. Die Klassen, die durch die Teilung in der Länge entstanden wird von links nach rechts blasoniert. Bei Querteilungen werden die oberen vor den unteren beschrieben. In den jeweiligen Klassen werden die einzelnen Wappen in der gleichen Reihenfolge beschrieben, wie bei Reihenweise angeordneten Schilden.

Besondere Regeln beim Blasonieren der Nebenstücke eines Wappens

Es gibt zwei unterschiedliche Nebenstücke, Unterscheidungsstücke und Prachtstücke.

Unterscheidungsstücke

Die über dem Schild stehenden Unterscheidungsstücke, auch Oberwappen genannt, sind Helme, Kronen, sowie Hüte und Mützen. Sind auf einem Wappen mehrere Helme, so werden zuerst die rechten, dann nacheinander weiter zu den linken Stücken blasoniert. Die Helme sind meist geschlossene oder offene Turnierhelme, in gekrönte und nicht gekrönte unterteilt, außerdem müssen die Helmkleinodien und Helmdecken beschrieben werden.

Hinter dem Schild stehende Unterscheidungsstücke

Personen die hinter dem Schild stehen sind geistliche und weltliche, die Geistlichen haben den päpstlichen Schlüssel, das Malteserkreuz, Äbtissinnnen, Pröbste, Prioren, Priorinnnen. Die Weltlichen haben Zeichen der französichen oder anderen Reichbeamten, sowie Marschälle von Frankreich hinter dem Schild.

Um das Schild gesetzte Unterscheidungsstücke

Ordenszeichen, Paternoster, geflochtene Seile gelegentlich mit Leibesknoten, Palmzweige, Blumenkränze.

Prachtstücke

Prachtstücke sind am Schluss der Blasonierung zu setzen, zu ihnen gehören Schildhalter, wie z.B. Bilder von Engeln, Menschen und Tieren. Weitere Prachtstücke sind Wappenzelten und Wappenmäntel, sowie Losungsworte und Sinnsprüche.

Quelle:

  • Johann Christoph Gatterer: Johann Christoph Gatterers Praktische Heraldik, Nürnberg: Bauer- und Mann Verlag, 1791.
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