Kaiser Sigismund

Zur Person Sigismund von Luxemburg

Sigismund lebte vom 15. Februar 1368 bis zum 9. Dezember 1437. Geboren wurde er in Nürnberg als Kind von Kaiser Karl IV und seiner vierten Frau Elisabeth von Pommern. Aus der Ehe davor, mit Anna von Schweidnitz, ging Sigismunds Halbbruder hervor, Wenzel. Anders als sein Vater, galt Sigismund als lebensfroher Mensch, der sich die Zeit gerne mit einem Turnier vertrieb. Er war hoch gebildet und sprach mehrere Sprachen. Sigismund war zweimal verheiratet. Einmal mit Maria von Anjou, um sich die ungarische Krone zu sichern und einmal mit Barbara von Cilli, um sich mächtige Unterstützung zu sichern. Aus letzterer Ehe ging die Tochter Elisabeth hervor, die später mit Albrecht, dem Herzog von Österreich, verheiratet wurde.

Seine Ämter

Von 1378 bis 1388 und von 1411 bis 1415 war Sigismund Kurfürst von Brandenburg.

König von Ungarn wurde er 1387, durch die Heirat mit Maria von Ungarn (Maria von Anjou), der Tochter und Nachfolgerin von Ludwig I. Ludwig akzeptierte ihn am Hofe und arbeitete ihn in seine neue Stellung ein. Er schickte ihn sogar nach Polen, damit er sich auch dort schon eingewöhnen konnte. Als Ludwig allerdings verstarb, brach ein Streit über die Erbschaftsfolge aus. Polen wollte die Chance nutzen, um sich wieder von Ungarn zu lösen. Sigismund musste sich aus Polen zurückziehen, denn das übernahm Marias Schwester, Hedwig.

Sigismund geriet überall unter Druck. Polen wollte ihn nicht und auch der ungarische Adel nahm ihn nicht als König an. Maria wurde zwar gleich nach dem Tod ihres Vaters zur Königin gekrönt, doch die Ehe mit Sigismund war noch nicht rechtsgültig, da sie noch zu jung war. Marias Mutter war gegen die Vermählung ihrer Tochter mit Sigismund. Deshalb nutzte sie die Gelegenheit, als dieser in Böhmen und Mähren unterwegs war, um ihre Tochter mit jemand anderen zu verloben. Gleichzeitig erhob das Haus Anjou Erbschaftsansprüche. Ein jahrelanger Streit wurde ausgefochten. Wenzel war schließlich der jenige, der mit Elisabeth, der Mutter von Maria einen Vertrag aushandelte, der Sigismund zum König machte. Elisabeth und Maria wurden dennoch von den Gegnern Sigismund entführt und gefangen gehalten. Als er endlich gekrönt war, ließ man auch Maria wieder frei. Ihre Mutter wurde in Gefangenschaft ermordet.
Sigismund zog für Ungarn in viele Kriege, um die Stellung des Landes zu sichern und auszubauen. Dabei vergaß er aber nicht seine heimischen Ländereien. Wenzel, dem u. a. Böhmen gehörte, blieb kinderlos, deshalb schlossen Wenzel und Sigismund 1396 einen gegenseitigen Erbfolgevertrag. Sigismund galt als sehr ehrgeiziger Mann, der viel erreichen wollte. So sagt man z. B. dass er unbedingt noch einen Sieg über die Türken erreichen wollte, bevor er ggf. die Herrschaft Böhmens übernahm.

Als 1410 der römisch-deutsche König Ruprecht verstarb, hatte Sigismund ein weiteres Ziel vor Augen. Wenzel war der Meinung, dass eine Neuwahl unnötig war, da er Anspruch auf die Krone äußerte. Unterstützt wurde er dabei von seinem Vetter Jobst von Mähren und Herzog Rudolf III von Sachsen. Die rheinischen Kurfürsten waren aber gegen diese Lösung und fragten deshalb beim englischen König Heinrich IV an, ob er oder einer seiner Söhne dieses Amt bekleiden würden. Heinrich aber ignorierte dieses Gesuch.

Da es unvermeidbar schien, dass die Krone wieder in luxemburgerischen Besitz kam, verhandelten die rheinischen Kurfürsten schließlich mit Sigismund. Man fand zwar eine Einigung, unter der Sigismund den Posten annehmen würde, doch seine Wahl wäre nicht einstimmig gewesen. Die rheinischen Kurfürsten waren sich uneinig. Es kam zu Streitigkeiten unter den Wahlberechtigten und schließlich sogar zu zwei unabhängig voneinander stattfindende Wahlen. Bei der einen Wahl stimmten der Erzbischof Werner von Trier, Pfalzgraf Ludwig und Burggraf Friedrich VI, der eigens von Sigismund gesandt worden war, dafür, dass Sigismund der neue römisch-deutsche König würde. Zeitgleich hatte der Markgraf Jobst von Mähren aber auch Wenzel davon überzeugt den Anspruch auf die Krone aufzugeben und für ihn zu stimmen. Alle anderen Wahlberechtigten, die nicht für Sigismund gestimmt hatten, gaben ebenfalls Jobst von Mähren ihre Stimme. Somit kam es zur Doppelwahl von 1410, auch wenn beide Wahlen nicht der Goldenen Bulle entsprachen. Doch die Zeit der Doppelherrschaft dauerte nicht lange an. Nur knappe zweieinhalb Monate später verstarb Jobst plötzlich. Es heißt, dass er vergiftet wurde.

Während Sigismund selbst und seine Wähler ihn als rechtmäßig gewählt ansahen, drängten seine Gegner auf eine Neuwahl. Widerwillig musste Sigismund sich eingestehen, dass er nur vollständig anerkannt werden würde, wenn man ihn einstimmig gewählt hatte. Es war umstritten, ob eine Neuwahl wirklich nötig oder sogar rechtens war. Schließlich vertrat Sigismund deutlich die Meinung, dass er rechtmäßig gewählt worden war und deshalb immer noch regierte. Für eine Neuwahl hätte er theoretisch erst abdanken bzw. gar nicht erst regieren dürfen. Doch auch wenn eine Neuwahl unnötig war und es bei dieser auch wieder nicht zu einer ereignislosen Abstimmung kam, ging Sigismund 1411 schließlich mit einstimmigen Ergebnis aus dieser Wahl hervor. Er war nun unumstritten der neue römisch-deutsche König und wurde 1414 gekrönt.

1419 starb Wenzel kinderlos, wodurch der Erbfolgevertrag mit Sigismund zum tragen kam. Doch ganz so einfach sollte das Antreten des Erbes nicht werden. Wieder äußerten verschiedene Parteien Anspruch auf das Erbe. Doch nach einigen Streitigkeiten wurde schließlich doch Sigismund neuer König von Böhmen.

Während eines Romzuges und einem über neun Monate andauernden Aufenthalt in Siena wählte man Sigismund schließlich auch zum Kaiser. Am 31. Mai 1433 kam es dann zum Krönungsfest, das Sigismund so schnell wie möglich hinter sich bringen wollte.

Sigismund war, wie bereits erwähnt, ein ehrgeiziger Mann, der in seinem Leben viel erreicht hatte. Er 50 Jahre lang König von Ungarn, 27 Jahre lang römisch-deutscher König, 18 Jahre lang König von Böhmen und vier Jahre lang Kaiser. In diesen Amtszeiten tat er alles, um die Position seiner Herrschaftsbereiche zu sichern und die Macht auszubauen. Er zog in unzählige Schlachten und ließ sich nie entmutigen, wenn er solche mal verlor. Dann zog er sich zurück, schöpfte neue Kraft und entwickelte neue Strategien.

Sein Tod und letzter Wille

Doch Sigismund wurde nicht jünger und wurde immer gebrechlicher. Seine Kräfte schwanden und er verlor immer mehr Gewicht. Das spürte er auch selbst, deshalb kehrte er nach Ungarn zurück, wo er im Kreise seiner Familie und Freunde war. Er wollte sich um seine Nachfolge kümmern, die für ihn eigentlich schon feststand. So versuchte er noch zu Lebzeiten seinen Schwiegersohn Albrecht in diverse Ämter zu bringen. Dies gelang ihm jedoch nicht, deshalb starb er am 9. Dezember 1437 mit dem öffentlich bekannten Wunsch, dass Albrecht überall sein Nachfolger wurde.

Literatur

  • Büssem, Eberhard & Neher Michael (Hrsg) & Brunner, Karl (bearb): Arbeitsbuch Geschichte – Mittelalter Repetitorium, 6. Auflage, UTB Verlag, Stuttgart 1980, S. 260 – 261
  • Hoensch, Jörg K.: Kaiser Sigismund. Herrscher an der Schwelle zur Neuzeit (1368–1437). C. H. Beck, München 1996, S. 371 – 399, 449 – 464, 481
  • Krieger, Karl-Friedrich: Die Habsburger im Mittelalter – Von Rudolf I bis Friedrich III, 2. Auflage, W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart 2004, S. 160 – 169
  • Rogge, Jörg: Die deutschen Könige im Mittelalter – Wahl und Krönung, 2. Auflage, Wisschenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2011, S. 76 – 82
  • Quirin, Heinz: Albrecht II., in: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 1, Duncker & Humblot, Berlin 1953, S. 154 – 155

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