Konrad der Salier

Einführung

Da Heinrich der Heilige keine Kinder hinterlassen hatte, musste man jetzt zur Wahl eines neuen Regenten schreiten. Zu dem Ende versammelten sich alle deutsche Völkerschaften, die Franken und Sachsen, die Schwaben und Lothringer, die Bayern, die Böhmen und Kärnther, alle unter ihren Herzögen, in einem Lager zwischen Mainz und Worms, wo die Wahl vor sich gehen sollte.

Inhalt

Konrad der Salier

Zum ersten Mal wurde dabei auch der hohen Geistlichkeit eine Stimme eingeräumt und der Erzbischof von Mainz hatte die Ehre, seine Stimme zuerst abzugeben. Er erklärte sich für Konrad den Salier, einen tapferen und weisen fränkischen Grafen. Die meisten anderen Wahlherren pflichteten ihm bei, und so kam nun wirklich die Kaiserwürde an dieses fränkische Haus, das sie hundert Jahre lang behauptete. Konrad II., Heinrich der dritte, vierte und fünfte stammen alle aus demselben Haus. Konrad führte den Beinamen des Saliers, weil seine Stammgüter an der fränkischen Saale lagen.

Konrad vergrößert das deutsche Reich

Durch ihn wurde das deutsche Reich sehr bedeutend vergrößert, denn er erbte, durch einen Erbvertrag, den schon Heinrich II. abgeschlossen hatte, das Königreich Burgund, das damals aus der Stadt Lyon und dem Umland, aus Dauphine, der Provence, Savoyen und einem großen Teil der Schweiz, nämlich Bern, Solothurn, Freiburg und Basel, bestand. Er kämpfte gleich zu Anfang seiner Regierung die innerlichen Unruhen, ging hierauf nach Italien und behauptete dort die Kaiserwürde und seine Rechte.

Dies geschah schon ehe er jene große Erbschaft machte, die auch der Herzog Ernst von Schwaben, sein Stiefsohn, in Anspruch nahm. Konrad war mächtiger als sein Gegner; er vertrieb nicht nur den Schwabenherzog, sondern setzte ihn für seine Frechheit auch ab und behielt dessen Länder für sich selbst.

Konrad verleiht seine Lehen nicht weiter

Die Herzöge, als Lehnsmänner der Kaiser, waren ihnen Treue schuldig; sie mussten mit ihnen gegen die Feinde des Reiches zu Felde ziehen, durften sich aber nicht selbst feindlich gegen ihre Herren benehmen, sonst verloren sie, zur Strafe, ihre Herzogtümer.

Die Lehnherren sollen aber die eingezogenen Besitzungen nicht behalten, sondern sie wieder an andere verleihen und dies tat Konrad nicht. Deswegen gab man ihm Schuld, er versuche sich auf Kosten seiner Vasallen zu vergrößern, sie nach und nach ganz zu verdrängen und sich zum unumschränkten Herrn über Deutschland zu machen. Aber wenn dies auch wirklich sein Plan war, so hatte er doch keine Zeit, ihn auszuführen, denn er starb 1039 und regierte insgesamt nur 15 Jahre.

Quelle:

  • Dr. Georg Ludwig Jerrer: Die Weltgeschichte für Kinder, Band 2, 5. Ausgabe, Nürnberg: Verlag von Friedrich Campe, 1833.
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