Heinrich III.

Einführung

Konrads Sohn Heinrich III. bewies sich als kluger und tapferer Regent, hatte aber eine eben so große Neigung wie sein Vater, sich zum Alleinherrscher über Deutschland zu machen. So wie Konrad II. den Herzog von Schwaben abgesetzt hatte, setzte er den Herzog von Bayern ab, nahm ihm sein Land weg und schenkte es der Kaiserin, seiner Gemahlin. Darüber murrten die Deutschen ziemlich laut; aber er sagte, er tue es des lieben Friedens wegen, damit er nicht ständig mit Rebellen zu kämpfen habe. Wirklich verdankte ihm Deutschland den ersten allgemeinen Landfrieden, der bei den immerwährenden Fehden der Fürsten untereinander höchst nötig war.

Inhalt

Heinrich und die Ungarn

Heinrich nutzte die Ruhe, die er sich dadurch verschaffte, zu anderen Unternehmungen. Unter seinen Vorgängern hatten die Ungarn nur allzu oft Deutschland verwüstet; jetzt wurden sie von Heinrich III. mit seinen Tapferen in ihrem eigenen Land aufgesucht und Ungarn sogar, wenn auch nur für kurze Zeit, zu einem deutschen Reichslehen gemacht.

Heinrich und die Päpste

Darauf zog Heinrich III. nach Italien, um Frieden unter den Päpsten zu stiften. Ich sage „den Päpsten“, denn es waren drei, die sich um den päpstlichen Stuhl stritten, und jeder hatte sich in Rom einer eigenen Kirche bemächtigt. Heinrich ließ (1046) zwei davon absetzen und nötigte den dritten, von selbst abzudanken. Hierauf ließ er einen deutschen Bischof (den Bischof Suitger von Bamberg) kommen und machte ihn, unter dem Namen Clemens II., zum Papst. Von ihm ließ er sich auch krönen; und als der brave Mann gestorben war, schickte er den Römern einen anderen und nach diesem noch zwei deutsche Päpste. Wahrscheinlich waren die ersten alle von den abgefeimten Italienern, die die Deutschen nicht ausstehen konnten, vergiftet worden.

Merkt euch, dass Heinrich III. die Päpste ein- und absetzte. Bald werdet ihr sehen, dass es schon bei seinem Sohn anders wurde und die Päpste sich anmaßten, die Kaiser ein- und abzusetzen. – Unter diesem Kaiser kommt zum ersten Mal die Stadt Nürnberg in Urkunden vor, im Jahr 1050.

Schlusssatz

Dieser kraftvolle und mächtige Regent hätte wohl verdient, länger zu leben. Er regierte nur 17 Jahre und starb schon im 39. Lebensjahr auf einem seiner Jagdschlösser im Harz. Seinem Sohn, der auch Heinrich hieß und damals erst sechs Jahre alt war, hinterließ er Franken, Schwaben und Bayern als unmittelbare Herzogtümer, die Oberherrschaft über Deutschland und ganz Lothringen und Burgund. Die Schwaben und Bayern bekamen aber während Heinrichs IV. Minderjährigkeit wieder eigene Herzöge.

Quelle:

  • Dr. Georg Ludwig Jerrer: Die Weltgeschichte für Kinder, Band 2, 5. Ausgabe, Nürnberg: Verlag von Friedrich Campe, 1833.

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