Albrecht II. von Habsburg

Zur Person

Albrecht wurde am 16. August 1397, als Sohn von Albrecht IV von Österreich und Herzogin Johanna Sophie von Bayern-Straubingen, geboren. Bereits mit knappen 14 Jahren wurde er 1411 mit Elisabeth von Luxemburg verlobt. 1421 heirateten die beiden und bekamen vier Kinder. 1439 starb Albrecht. Er galt als energisch, begabt und Energie geladen.

Der Weg zum Königs- und Kaisertitel

Erst 1411, mit dem Tod von Leopold, konnte Albrecht seinen Regierungsposten wahrnehmen, da er bereits mit 14 Jahren für volljährig erklärt wurde. Bis dahin hatten seine Großonkel seine Angelegenheiten geregelt. Die Großonkel wurden sich nie einig, wer nun die Vormundschaft übernahm und so herrschten immer große Unstimmigkeit und dadurch ständiges Misstrauen und Rivalitäten in den eigenen Reihen. Doch kaum hatte Albrecht die Herrschaft selbst in die Hände genommen, arbeitete er tatkräftig daran dem Land Frieden zu bringen und es zu sanieren.

Doch gleich nach seiner Verlobung mit Elisabeth unterstützte Albrecht seinen künftigen Schwiegervater Sigismund. Auch im Kampf gegen die Hussiten, stand Albrecht an der Seite von Sigismund, was auch die österreichischen Länder involvierte. Albrecht ging aber nicht nur gegen die Hussiten vor. Er hegte einen Groll, vielleicht sogar Hass, gegen Ketzer und Juden und ging mit großer Entschlossenheit gegen diese vor. 1414 bis 1418 legte man die Grundsteine für die Melker Reform, wobei Albrecht sich überragend engagiert hatte. Diese Reform wurde zum Vorbild für das Leben unter Klosterdisziplin. Ziel dieser Reform war es, dass man streng nach der Benediktsregel lebte, nicht mehr nur Adelige in Klöstern aufgenommen wurden und die wissenschaftliche Arbeit unterstützt und ausgeweitet wurde. Sigismund gefiel diese Stärke und Entschlossenheit und belohnte den jungen Albrecht, indem er ihn 1423 zum Markgrafen von Mähren ernannte.. Erst als sein Heer 1431 in der Schlacht bei Taus eine Niederlage gegen die Hussiten verkraften musste, änderte er seine Strategie. Er war noch immer so entschlossen, ging aber weniger hitzköpfig und bedachter an Dinge heran. Er führte fortan eine weniger aggressive Strategie.

In der Zwischenzeit hatte sich heraus kristallisiert, dass Albrecht einmal Sigismunds Nachfolger werden sollte. Noch zu seinen Lebzeiten hatte Sigismund versucht seinen Schwiegersohn in verschiedene Ämter als Nachfolger einzusetzen. Doch dies war nicht möglich. Deshalb starb der Kaiser am 9. Dezember 1437 mit dem Wunsch, dass Albrecht all seine Ämter übernehmen würde.

Ungarn kam diesem Wunsch gerade mal neun Tage später nach. Sie wählten ihn am 18. Dezember 1437 zum neuen König und krönten ihn am 1. Januar 1438. Zum böhmischen König wählten ihn die Stände am 27. Dezember 1437. Die Kurfürsten zogen im März 1438 nach und wählte Albrecht am 18. einstimmig zum Römischen König und zukünftigem Kaiser. Die Krönung fand aber erst am 29. April 1438 im Stephansdom statt, da Albrecht damit gezögert hatte, dieses Amt tatsächlich anzunehmen. Mit Annahme dieser Regierungsposition war Albrecht außerdem das weltliche Oberhaupt des Christentums.

Albrecht hatte viele Herrschaftspositionen übernommen und versuchte überall seine Ländereien zu beschützen, zu sichern und auszubauen. Dafür zog er in zahlreiche Schlachten und kämpfte an mehreren Fronten gleichzeitig, wenn es sein musste. Seinen Ehrgeiz hatte er höchst wahrscheinlich bei Sigismund abgeguckt und noch weiter perfektioniert.

Sein Tod und die Nachfolge

Im September 1439 erkrankte er und musste das Heerslager in Serbien, Anfang Oktober verlassen. Albrecht machte sich auf den Weg nach Wien, wo sich seine Ärzte um ihn kümmern sollten und er genesen wollte. Doch auf dem Weg dorthin, nur wenige Wochen später, am 27., verstarb er schließlich in Langendorf.

Wie auch Sigismund, hatte auch Albrecht bereits feste Vorstellungen darüber, wer seine Nachfolge antreten sollte – sein ungeborener Sohn. Deshalb verfasste er noch kurz vor seinem Tod ein Testament, in dem er dem Ungeborenen Böhmen und Ungarn zu sprach. Das römisch-deutsch Reich ließ er allerdings gänzlich außer Acht.

Ladislaus, der Sohn von Albrecht und Elisabeth, kam erst am 22. Februar 1440 auf die Welt, also nach dem Tod seines Vaters. Deshalb erhielt er den Beinamen Postumus (Nachgeborener). Da Elisabeth Sigimunds Tochter und Albrechts Witwe war, war sie die rechtmäßige Erbin der ungarischen Kröne. Sie versuchte sofort ihrem Sohn diesen Anspruch zu gewähren. Es gab zahlreiche Gegner, doch die Mehrheit stimmte diesem Anliegen zu. Allerdings unter der Bedingung, dass Ladislaus unter der Vormundschaft des böhmischen Adels aufgezogen und erzogen wurde. Friedrich IV wurde nach einigen Unstimmigkeiten offizieller Vormund für Ladislaus. 1451 kam es aber zu einem Bündnis gegen Friedrich IV, das Ladislaus aus dessen Vormundschaft befreite. Man drängte Friedrich dazu, dass er Ladislaus frei herrschen lassen sollte. Doch Friedrich weigerte sich, mit der Begründung, dass Ladislaus noch immer minderjährig wäre. Unter kriegerischen Auseinandersetzungen erkämpfte man Ladislaus Rechte, sodass er im September 1452 offiziell in Wien einzog. Nach und nach erhielt der Junge all seine Rechte und Ämter. Allerdings verstarb Ladislaus recht früh; im Jahr 1457, noch vor seinem 18. Geburtstag.

Albrechts Nachfolgewunsch wurde demnach erst nach gewaltsamen Kämpfen nachgekommen. Dennoch übernahm sein Sohn alle Ämter, die Albrecht für ihn vorgesehen hatte. Albrecht herrschte nicht sehr lange und sein Sohn sogar noch kürzer, aber dennoch ebnete Albrecht mit seiner Regentschaft den Weg für eine lange Habsburger Herrschaft.

Literatur

  • Büssem, Eberhard & Neher Michael (Hrsg) & Brunner, Karl (bearb): Arbeitsbuch Geschichte – Mittelalter Repetitorium, 6. Auflage, UTB Verlag, Stuttgart 1980, S. 260 – 261
  • Hoensch, Jörg K.: Kaiser Sigismund. Herrscher an der Schwelle zur Neuzeit (1368–1437). C. H. Beck, München 1996, S. 371 – 399, 449 – 464, 481
  • Krieger, Karl-Friedrich: Die Habsburger im Mittelalter – Von Rudolf I bis Friedrich III, 2. Auflage, W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart 2004, S. 160 – 169
  • Rogge, Jörg: Die deutschen Könige im Mittelalter – Wahl und Krönung, 2. Auflage, Wisschenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2011, S. 76 – 82
  • Quirin, Heinz: Albrecht II., in: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 1, Duncker & Humblot, Berlin 1953, S. 154 – 155

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