Alarich

Alarich – König der Westgoten (400)

Die römischen Heere bestanden damals beinahe ganz aus germanischen Völkern: Westgoten, Ostgoten, Vandalen, Alanen, Sueben. Anstatt braver Soldaten hatten die Kaiser einige Hunderttausend Mönche. In Ägypten alleine waren es Siebzigtausend.
Von heimlichen Feinden in den eigenen Diensten kann man nichts Gutes erwarten. Dies bekam bald auch der junge Kaiser Arcadius – damals Kaiser des östlichen Römischen Reichs – zu spüren. Alarich, der Anführer der Westgoten, verlangte von Arcadius, dass dieser ihn zum Statthalter von Illyrien ernennen sollte. Als Arcadius dies nicht tat, verwüstete und plünderte Alarich mit seinen wilden Scharen Griechenland auf eine schreckliche Art und Weise und ließ sich selbst zum König der Westgoten ernennen. Dem Kaiser Arcadius versetzte er damit einen solchen Schrecken, dass dieser nun seinen Wunsch erfüllte und ihm die statthalterschaft von Illyrien übergab.

Alarichs erster Zug nach Italien (403)

Alarich hatte mit seinen Westgoten in Griechenland so reiche Beute gemacht, dass er nun auch sein Glück in dem schlecht dastehenden Italien versuchen wollte. Es fehlte ihm nur an Schiffen, um über das Mittelmeer nach Italien zu gelangen. Dieses Problem umging er aber, indem er mit seinem Heer den Weg über die Alpen wählte und in Oberitalien einfiel.
Angst und Schrecken eilten ihm voraus, denn seine barbarischen Horden hausten fürchterlich. Der junge weströmische Kaiser Honorius, der sich damals in Mailand befand, wollte aus Furcht schon nach Gallien fliehen. Honorius war damals ein unerfahrener Jugendlicher Kaiser mit 16 Jahren, aber sein mutiger Freund und Vormund Stilico trat dem feindlichen Alarich mit nur 30.000 Truppen entgegen.
Alarich wurde zwei Mal in Schlachten geschlagen und ihm wurde beinahe alles genommen, was ihm lieb und teuer war: seine Gemahlin, seine Kinder und beinahe die ganze Beute seines Griechenland-Zuges. Alarich aber wollte weiter wüten, bis es zu Verhandlungen kam: Am Ende aber gab ihm Stilico noch mehr Geld dazu, begleitete es sogar noch mit goldenen Versprechungen und bewegte so den Gotenkönig, wieder umzukehren.
Quelle:
  • Dr. Georg Ludwig Jerrer: Die Weltgeschichte für Kinder, Band 2, 5. Ausgabe, Nürnberg: Verlag von Friedrich Campe, 1833.

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