Könige und Kaiser des Mittelalters!

Einführung

Nach dem Ende des Weströmischen Reiches beginnen die Wirren der Völkerwanderung. Die Völker Europas gründen neue Reiche, wovon die meisten bald wieder untergehen. Das Volk der Franken hebt sich zu dieser Zeit besonders hervor. Ursprünglich am Rhein siedelnd, breiten sie sich vom 4. bis zum 6. Jahrhundert über Gallien (heutiges Frankreich) und zur Nordsee hin aus. Es entstehen auf diesem Gebiet mehrere fränkische Teilreiche mit jeweils einem Herrscher.

Einer der fränkischen Kleinkönige, Chlodwig I., besiegt 486/487 das römische Restreich in Gallien unter dem Statthalter Syagrius und gründet mithilfe der neu eroberten Gebiete aus den fränkischen Teilkönigreichen ein großes germanisch-romanisches Reich. Dies wird als Gründung des Reiches angesehen. Die Herrscher des fränkischen Volkes sind die Merowinger.

Mit der Zeit geben die merowingischen Herrscher immer mehr Macht an ihre Hausmeier ab. Hausmeier sind im Mittelaler Verwalter an einem königlichen Hof. Bis schließlich die Merowinger nur noch „Schattenkönige“ darstellen und die eigentlich Machthaber die Hausmeier sind. So wird das Amt des Hausmeiers vererbbar und uneinziehbar. Es dauert jedoch bis 751, dass die merowingischen Könige abgesetzt sind und die Hausmeier (in diesem Fall Pippin III.) das Amt des Königs einnehmen. Einer der Nachkommen Pippins III. ist Karl der Große. So heißen auch die Ahnen Karls des Großen „Pippiniden“. Der Begriff „Karolinger“ entwickelt sich aus den Nachkommen Karls des Großen.

Inhalt

Auflistung der Herrscher

Merowinger

König Chlodwig I. (482 – 511)

Theuderich I. (511-534)

König Chlothar I. (511-561)

Theudebert I. (534-548)

Theudebald (548-555)

Sigibert I. (561-575)

Childebert II. (575-596) (Hausmeier: Gogo und Wandalenus ab 575)

König Chlothar II. (584-629)

Theudebert II. (596-612) (Hausmeier: Gundulf um 600)

Theuderich II. (596-613)

Sigibert II. (613) (Hausmeier: Rado 613-616)

König Dagobert I. der Gute (629-639) (Hausmeier: Pippin I. der Ältere bis 640)

Sigibert III. (633-656) (Hausmeier: Otto 640-643, Grimoald der Ältere 643-662)

König Chlothar III. (657-673)

Childebert Adoptivus (657-662)

König Childerich II. (662-675) (Hausmeier: Wulfoald 662-680)

Theuderich III. (673-691)

Dagobert II. (675-679) (Pippin II. der Mittlere 688-714)

Chlodwig III. (691-695)

Childebert III. (695-711)

Dagobert III. (711-715) (Hausmeier: Theudoald 714)

Chilperich II. (715-721) (Hausmeier: Karl Martell 717-741)

Chlothar IV. (718-720)

Theuderich IV. (720-737)

Interregnum (737-743) (Hausmeier: Pippin III. der Jüngere 741-751)

Childerich III. (743-754)

Karolinger

Pippin III. der Jüngere (751-768)

Kaiser Karl der Große (768/800-814)

Kaiser Ludwig der Fromme (814-840)

König Ludwig der Deutsche (840-876)

König Karlmann (876-880)

König Ludwig der Jüngere (III.) (876-882)

Kaiser Karl III. (876-887)

Kaiser Arnulf von Kärnten (887-899)

König Ludwig das Kind (IV.) (900-911)

Ottonen

König Konrad I. (kein Ottone; nur zur besseren Übersicht unter Ottonen gelistet: 911-918)

König Heinrich I. (919-936)

Kaiser Otto I. (der Große) (936-973)

Kaiser Otto II. (973-983)

Kaiser Otto III. (983-1002)

Kaiser Heinrich II. (1002-1024)

Salier

Kaiser Konrad II. (1024-1039)

Kaiser Heinrich III. (1039-1056)

Kaiser Heinrich IV. (1056-1106)

Kaiser Heinrich V. (1106-1125)

Staufer

Kaiser Lothar III. (1125-1137)

König Konrad III. (1138-1152)

Kaiser Friedrich I. Barbarossa (1152-1190)

Kaiser Heinrich VI. (1190-1197)

König Phillip von Schwaben (1198-1208) und Kaiser Otto IV. (1198-1218)

Kaiser Friedrich II. (1212-1250)

Spätmittelalter (Die Epoche der springenden Königswahlen)

König Rudolf I. (1273-1291)

König Adolf von Nassau (1292-1298)

König Albrecht I. (1298-1308)

Kaiser Heinrich VII. (1308-1313)

König Friedrich „der Schöne“ (1314-1330)

Kaiser Ludwig IV. der Bayer (1314-1347)

Kaiser Karl IV. (1346-1378)

König Wenzel (1378-1400)

König Ruprecht von der Pfalz (1400-1410)

Kaiser Sigismund (1410-1437)

Habsburger

König Albrecht II. (1438/39)

Kaiser Friedrich III. (1440-1493)

Kaiser Maximilian (1493-1519)

Grafische Darstellung: Die Herrscher, Könige und Kaiser des Mittelalters!

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Begriffe

Hausmeier

An mittelalterlichen, königlichen Höfen versteht man unter Hausmeier (oder Majordomus) ein Amt. Aufgabe des Amtsinhabers ist die Verwaltung von Haus und Hof. Besonders viel Einfluss gewannen die Hausmeier zur Zeit der Merowinger, als das Amt erblich wurde und der merowingische Schattenkönig Childerich III. schließlich vom Hausmeier Pippin III. abgelöst wurde.

Interregnum

Als Interregnum wird die Zeit zwischen Ableben oder Abdanken eines Monarchen und der Wahl eines neuen Monarchen verstanden. Zwischen 1250 und 1275 gab es in Deutschland keinen König oder Kaiser, weshalb diese Zeit als "Interregnum" beschrieben wird.

HRR

Das Heilige Römische Reich bildet sich im 10. Jahrhundert aus dem Ostfrankenreich heraus. Der Name soll an das untergegangene Römische Reich erinnern und Gottes heiligen Willen zur Legitimation (Anerkennung) verdeutlichen. Das HRR existiert bis 1806. Während der Existenz des HRR gibt es erhebliche Unterschiede in der Ausdehnung der Grenzen. Die größte Ausdehung schließt fast das gesamte Mittel- und Teile Südeuropas mit ein.

springende Königswahlen

Vor dem Stauferkaiser Friedrich wurde die Königswürde (mit Ausnahme des Hausmeiers Pippin III.) nur an Nachkommen der jeweiligen Könige weitergegeben. Nur, wer Blut eines Königs in sich fließen hatte, konnte Aussichten auf die Besteigung des Throns haben. Dies änderte sich 1250, und somit hatte jeder Reichsfürst die Möglichkeit, König zu werden. Viele Reichsfürsten erkauften sich dann diese Würde.

Austrien

Mit Austrien (auch Austrasien) ist der östliche Teil des Frankenreiches (das heutige Deutschland) gemeint. Der westliche Teil (das heutige Frankreich) heißt Neustrien.

Gesamtreich

Das Gesamtreich meint Neustrien und Austrien zusammen.

Ostfrankenreich

Das Ostfrankenreich ist der Vorgänger des Heiligen Römischen Reiches. Aus ihm entwickelte sich zunächst das HRR und dann das heutige Deutschland.

Schattenkönig

Ein Schattenkönig ist nur noch dem Titel nach König. Er hat keine Macht und keine Befehls- oder Entscheidungsgewalt. Viele Merowingerkönige werden als Schattenkönige bezeichnet, weil sie ihre Macht an ihre Hausmeier verloren haben.

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