Hexenverbrennung

Die Hexenverbrennung auf dem Scheiterhaufen war das meist angewandte Hinrichtungsverfahren im Mittelalter. Es ging schnell, war qualvoll, effektiv und man bot der Bevölkerung ein extremes Abschreckungsbeispiel und gleichzeitig ein großes Spektakel.

Hexenverbrennung auf dem Scheiterhaufen
Verbrennung von Hexen, unter Aufsicht des Volkes, auf einem klassischen Scheiterhaufen.
„Hexenverbrennung“ aus Schöppner, Alexander & König, Leo: Charakterbilder aus der Weltgeschichte – Charakterbilder aus der Geschichte der Apostasie der Völker (Band 3), Verlagsanstalt vorm. G. J. Manz, Buch- und Kustdruckerei, Regensburg 1931, S. 249

Der Scheiterhaufen

Es gab damals zwei Versionen des Scheiterhaufens.

Zum einen den, der wohl am bekanntesten ist. Dabei werden die Verurteilten lebendig und bei vollem Bewusstsein an einen Pfahl gebunden. Das Holz wird etwa bis zu den Knien aufgestapelt.
Zum anderen gab es da noch die Hängevariante. Dabei wurde ein Querbalken am Pfahl befestigt, an den das Opfer gebunden wurde. Durch einen Seilzug konnte man die Verurteilten nun hoch oder runter, also ins Feuer rein oder darüber, ziehen. Der Holzstapel war in etwa in der gleichen Höhe, wie der traditionelle Haufen, bei der Pfahlvariante.

Die Verbrennung

Das Holz wurde vor den Augen der Bevölkerung entzündet. Im Mittelalter galt es als eine Art Unterhaltung, wenn jemand öffentlich gefoltert oder hingerichtet wurde.
Die Höhe des Holzstapels war nicht willkürlich. Sie war so angelegt, dass der Verurteilte so lange wie möglich schmerzhafte Qualen erlitt und trotzdem am leben blieb. Der Qualm reichte nicht aus, um eine Bewusstlosigkeit hervorzurufen oder dass man an dem Rauch erstickte. Es dauerte rund 20 Minuten bis sich der Körper tatsächlich entzündete. Von da an waren es nur noch Sekunden, bis der Tod eintraf.

Davor jedoch verspürte das Opfer unendliche Qualen. Während das Holz sich nach und nach entzündete und sich die Hitze ausbreitete, stieg die heiße Luft nach oben und entfachte einen Konvektionsstrom. Die Hitze steigt nach oben in Kopfhöhe, wo sie zu Luftbewegungen führt. Dem Opfer bläst also heiße Luft am ganzen Körper entlang, bis zum Gesicht, obwohl das Feuer noch nicht einmal bis zu den Knien reicht. Das sind unvorstellbare Schmerzen, denn die Temperaturen betragen inzwischen über 100 Grad. Das Opfer kocht quasi, bevor es schließlich verbrennt. Das Körperfett verbrennt nach und nach, die Haare verbrennen und das Opfer erleidet erste Brandwunden. Nach ca. 20 Minuten ist der gesamte Holzhaufen entzündet, die Temperaturen steigen auf über 250 Grad und das Opfer verbrennt schließlich und wird so von den minutenlangen Qualen erlöst.

Bei der Hängevariante lief es ähnlich ab. Die einzigen Unterschiede waren, dass man die Verbrennung entweder herauszögern konnte, indem man das Opfer hoch zog oder auch beschleunigen konnte, indem man den Verurteilten herunter ließ und somit sofort ins Feuer brachte. Zusätzliche Qualen war die Ungewissheit, ob oder wann man herunter gelassen wurde und die zusätzlichen Schmerzen, die man dem Opfer zufügen konnte, in dem man es direkt ins Feuer hielt, aber früh genug wieder heraus zog, damit sich der Körper nicht entzündete. Doch auch hier dauerte es in der Regel 20 Minuten, bis sich der Körper schließlich entzündete. Denn auch, wenn der Verurteilte über dem Feuer hing, also mit den Flammen gar nicht in Berührung kam, war der Konvektionsstrom, also die aufsteigende Luft, so heiß, dass sich der Körper dennoch entzündete und verbrannte.

Der Gnadenakt

Nur selten minderte man die Grausamkeit, in dem man die Verurteilten vorher umbrachte und tot verbrannte. Hin und wieder ließ man damals Gnade walten und ermöglichte den Verurteilten einen schnelleren Tod, als die Verbrennung. Dazu hing man ihnen z. B. Schwarzpulver um, was sofort explodierte, wenn es mit den Flammen in Kontakt kam. Oder aber man verwendete feuchtes Holz, was stark räucherte und die Verurteilten bewusstlos machte oder meistens sogar ersticken ließ. Doch solche Gnadenakte gab es nur selten. Meistens schrieen die Verurteilten sehr lange vor quälenden Schmerzen, bis sie dadurch endlich bewusstlos wurden und schließlich den Tod fanden.

Christliche Argumentation für die Hexenverbrennung

Für die Kirche war Feuer das einzige effektive Mittel, um die Seele vollständig zu reinigen. Im Falle eines Ketzers oder einer Hexe war die Verbrennung also die einzige Möglichkeit, um alle Sünden los zu werden.
Doch es sollte gleichzeitig auch als abschreckendes Beispiel dienen. Die Qualen waren deutlich zu sehen, zu spüren und durch das Schreien des Opfers auch zu hören. Man erhoffte sich dadurch, dass andere davon abgehalten wurden zu Ketzern oder Hexen zu werden oder dass die, die sich schon der anderen Seite zugewandt hatten, wieder auf den rechten Pfad gelangten.

Denn die Qualen auf dem Scheiterhaufen sollten ein Sinnbild dafür sein, welche Qualen einen im Fegefeuer erwarteten.

Quellen

  • Buschbell, Christina: Die Inquisition im Hochmittelalter: Wurzeln, Bedeutung, Missbräuche, Diplomica Verlag, Hamburg 2010, S. 55 – 70
  • Schild, Wolfgang: Folter, Pranger, Scheiterhaufen: Rechtsprechung im Mittelalter, Bassermann Verlag, München 2010, S. 168 – 174
  • Schwerhoff, Gerd: Die Inquisition: Ketzerverfolgung in Mittelalter und Neuzeit, Beck, München 2009, S. 7 – 58, 110 – 120
  • Schöppner, Alexander & König, Leo: Charakterbilder aus der Weltgeschichte – Charakterbilder aus der Geschichte der Apostasie der Völker (Band 3), Verlagsanstalt vorm. G. J. Manz, Buch- und Kustdruckerei, Regensburg 1931, S. 247 – 255
  • von Padberg, Lutz: In Gottes Namen? : Von Kreuzzügen, Inquisition und gerechten Kriegen; die 10 häufigsten Vorwürfe gegen das Christentum, Brunnen Verlag, Gießen 2010, S. 136 – 167
  • DMAX Dokumentation „Maschinen des Todes – Hexenjagd“

7 Comments:

  1. Die hexen verbrennung war eine perversion der kirche und findet heute noch statt siehe afrika die kirche schaut weg

  2. kirche ist am arsch

    die kirche ist ein witz für die welt

  3. Machtdemonstration der Kirche

    Mit diesen grausamen Methoden hat die Kirche ihre Macht demonstriert. Die Menschen eingeschüchtert zu allen noch ausgeplündert denn die Kirche kassierte ja noch das Eigentum der sogenannten Hexen

    • Wer kassierte eigentlich?

      Eine Menge Leute profitierten dadurch, natürlich auch Henker, aber auch die machthabenden, weltlichen Herrscher der Städte und Dörfer, wo sich das abspielte. Zumindest habe ich das in einem früheren Artikel hier so gelesen. Die Kirche lieferte die argumentarische Grundlage dafür

  4. Einfach nur Wahnsinn

    SOLCHE VERBRECHER :((((

  5. Das nene ich Propaganda im frühenzeiten

    Die Kirche war schon immer ein punkt weswegen tausende sterben mussten. Sage nur römisches Reich, die Kreuzzüge und was war es wurde tolleriert überall fast alle Religionen sind Massenmorde von ungläubigen an der Tagesordnung gewesen da rede ich nicht nur von den katholischen. Fakt ist für so nen Spaß zahlt man heute steuern und was ist man wird belogen und betrogen. Wer kennt denn schon die wahre Bibel niemand oder andere religiöse schrifften aber wenn man es so sieht legte der Fischerverein namens katholische Kirche den Grundstein der lüge du darfst nicht töten.

  6. kontze@GMX.DE

    Schade das alte Traditionen ausgestorben sind .

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

CAPTCHA-Bild

*