Hexenhammer

Einleitung

Im Jahre 1484 veröffentlichte Papst Innozenz VIII. die Bulle Summis desiderantes, die sogenannte Hexenbulle. Man geht davon aus, dass Heinrich Krämer die Grundlage für diese päpstliche Bulle lieferte und dass sie auf seine Erkenntnisse zurückzuführen ist. Diese Bulle erlaubte die Hexenverfolgung und machte sie damit auch offiziell. Und auf Grundlage dieser Bulle und der damit verbundenen Autorisierung der Hexenjagd, wurde wenige Jahre später der Hexenhammer veröffentlicht.

Eine Sitzung gelehrter Richter, zur Urteilsfindung
Bei einer Inquisition versammeln sich die Richter nach den Verhören, um einen Urteilsspruch zu verfassen.
„Eine Sitzung gelehrter Richter unter der Carolina um 1550. Holzschnitt von Hans Burgkmair aus dem Klagspiegel“ aus Schöppner, Alexander & König, Leo: Charakterbilder aus der Weltgeschichte – Charakterbilder aus der Geschichte der Apostasie der Völker (Band 3), Verlagsanstalt vorm. G. J. Manz, Buch- und Kustdruckerei, Regensburg 1931, S.250.

Der „malleus maleficarum“ während der Hexenverfolgung

Gegen Ende des 15. Jahrhunderts gab es schon Hexenverfolgungen. Während dieser Zeit waren für Oberdeutschland Heinrich Krämer (Institor) und Jakob Sprenger, Professoren der Theologie, als Wächter und Richter der Ketzerei bestellt. Diese beiden verfassten den “Malleus maleficarum”, den Hexenhammer, im Jahr 1487, ein Werk, das sich durch die Behauptung, Hexereien nicht zu glauben, sei die größte Ketzerei, hinlänglich charakterisiert (neueren Forschungen zufolge war Sprenger nicht an der Verfassung des Hexenhammers beteilitgt. Kramer hatte Sprengers Namen nur dazu benutzt, um die Auflage zu steigern. Im Wirkungskreis Sprengers hat Kramer das Buch ohne Sprengers Namen herausgegeben, damit diesem der Missbrauch nicht auffiel).

Man wird darin belehrt, dass es mit dem Zauberwesen seine volle Richtigkeit habe; warum das weibliche Geschlecht sich diesem Verderben vorzugsweise hingebe, der Unsinn der Incuben und Succuben festgesetzt. Folgen sodann Widerlegungen vernünftiger Einwände, z. B. Warum die Hexen nicht reich werden? Weil der Teufel zur Schmach des Schöpfers den Menschen so billig wie möglich aquirieren will. Warum die Hexen den Fürsten nicht schaden? Weil sie mit den Fürsten in guten Vernehmen bleiben wollen.

Der zweite Teil des Hexenhammers beschreibt die Aufnahme der Zauberer, ihr Gelöbnis, ihre Sünden und bösen Künste. Die kirchlichen Heilmittel gegen Zauberschäden. Der dritte Teil behandelt das gerichtliche Verfahren. Wie dieses beschaffen war, lässt sich daraus schon schließen, dass bereits beinahe Jedermann überzeugt war, dass Hexerei eine ganz ausgemachte, furchtbare Sünde sei, zu deren Entdeckung und Bestrafung jedes Mittel, ja jeder Kniff und jede Grausamkeit benutzt werden dürfe und müsse.Der römische Kaiser Maximilian I. gab den Verfassern des Hexenhammers ein Patent und die theologische Fakultät in Köln genehmigte und bestätigte das Buch, wenn auch mit einiger Zurückhaltung.

Quelle

  • Dieser Artikel stammt aus dem Gedächtnis des Autors und benötigt somit keine Quellenangaben.

3 Kommentare:

  1. Rudolf Pagé

    Der Anfang allen Übels war die Bibel mit der Erfindung der Eva. Ihr die Entstehung der Erbsünde zuzuschieben hat in allen Jahrhunderten viel Elend über die Frauen gebracht. Auch in der Neuzeit und bis Heute waren Frauen immer die Beute der Sieger. Die Rolle der kath. Kirche ist geprägt durch eine Verdammung der Frau. Das Zölibat hat hier schon viel Unheil angerichtet. Vom Priester bis zum Kardinal haben sich deswegen schon an viele Knaben vergangen.

    • Danke für diesen Beitrag, Rudolf

      Auch vor Entstehung der Bibel war die Rolle der Frau nicht gleichberechtigt. Ich zumindest weiß von keiner antiken Kultur, wo das so war. Selbst in der aufgeklärten Neuzeit ist das noch immer nicht so, z.B. bei Punkten wie Gehalt.
      Im Krieg waren Frauen nicht erst seit der Bibel Beute der Sieger – z.B. der Raub der Sabinerinnen, wenn man ein Beispiel sucht, der Kriegsgrund im Fall Troja, ich kann auch weitermachen. Und die meisten Kriegsverbrechen seit Entstehung der Bibel wurden nicht auf eben diese zurückgeführt – sondern einfach nur darauf, das das „starke Geschlecht“ die Möglichkeit dazu hatte und der moralische Anstand, sofern vorhanden, im Krieg verloren ging.
      Besonders hilfreich für das hier diskutierte Thema ist der Verweis auf die Fälle des Kindesmissbrauchs in der katholischen Kirche, die in den letzten Jahren aufgedeckt wurden. Eine Betrachtung der Thematik der Hexenverfolgung ist ohne einen Verweis darauf tatsächlich nicht vollständig

  2. Nicht ganz richtig

    Auch vor Entstehung der Bibel war die Rolle der Frau nicht gleichberechtigt. Ich zumindest weiß von keiner antiken Kultur, wo das so war.

    Bei den Kelten, Wikinger und auch bei den germanischen Stämmen war das aber der Fall.
    Bei den Wikinger blieben die Frauen deswegen zuhause, um das Gut samt erbeutenen Schätze zu verwalten und nebenbei waren sie auch im Umgang mit Waffen vertraut.
    Man kann also sagen, Barbarinnen waren freier als die Frauen in den sogenannten zivilisierten Rom oder Athen ;P

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