Hexenverfolgung

Einführung

Der Glaube an Hexen, Hexenmeister und andere Menschen, die sich mit Dämonen und dem Teufel einließen entstand bereits in der Antike und im Frühenmittelalter. Es war so am einfachsten, sich ungewöhnliche Dinge zu erklären. Doch erst im Hochmittelalter verfestigte sich der Gedanke und störte immer mehr Menschen. Krankheiten, schlechte Ernten und andere negative Ereignisse erklärte man sich mit Hexerei und der Ketzerei. Auch die immer wachsende Selbstständigkeit von Frauen konnte nur wahres Teufelswerk sein. Und aus diesem Grund entstand die Hexenverfolgung – man wollte die alte Ordnung aufrecht erhalten und dem Teufel keine Chance lassen.

Verbrennung von Hexen in einem Strohbau
„Hexenverbrennung“ – vermeintliche Hexer werden mit dem Hals an einen Pfahl gebunden, umgeben von Stroh, das später angebrannt wird. Im Hintergrund sieht man einen bereits brennenden Strohbau. Aus: Bilder-Cautio, 1632, UB Bonn Source: Katalog friedrich Spee, Stadtbibliothek Trier 1991, p. 114

Im Mittelalter fing die schreckliche Verfolgung und Tötung von vermeintlichen Hexen an, doch die Hochzeiten der Hexenverfolgung begannen eher am Ende des Mittelalters und entfalteten sich in der frühen Neuzeit. Wichtig ist dabei aber zu erwähnen, dass man die Hexenverfolgung zwar mit Gottesglauben rechtfertigte, die Kirche aber nie wirklich offiziell daran beteiligt war. Die Kirche forderte lediglich das Vorgehen gegen Ketzer, wobei sie sich auch dabei von Folter und Gewalt distanzierte.

Inhalt

Zahlen zur Hexenverfolgung

Die Verfolgung der Hexen dauerte in Europa überwiegend von ca. 1300 bis 1750. Neueren Forschungen zufolge wurden in Europa zwischen 40.000 und 60.000 Menschen Opfer der Hexenverfolgung. Auf deutschem Boden starben insgesamt etwa 25.000, allein in Süddeutschland ca. 9.000 Menschen. Etwa 80% aller Hingerichteten waren Frauen, wobei es regionale Unterschiede gab.

Eine frühe Schätzung aus dem ausgehenden 18. Jahrhundert, die mittlerweile widerlegt wurde, spricht von 9 Mio. hingerichteter Hexen, die Nationalsozialisten hatten zu Propagandazwecken diese Zahl wieder aufgegriffen.

Ende der mittelalterlichen Hexenprozesse in Europa

Mit dem Einzug der Aufklärung fingen die Menschen an, die Phänomene in der Natur zu hinterfragen. Der Fortschritt in der Medizin führte dazu, Krankheiten erklären zu können. Man verstand, dass nicht vermeintliche Hexen für Leiden ursächlich sind. Einerseits bekam der Protestantismus mehr Zulauf, andererseits waren die Kirche und das Volk noch so sehr im Aberglauben versunken, dass sich die Hexenverfolgung und Tötung noch ein Jahrhundert hinzog.

Der letzte Hexenprozess in Deutschland fand 1749 in Würzburg statt, die letzte Hinrichtung im deutschsprachigen Raum war die einer 17-jährigen Dienstmagd 1782 im protestantischen Kanton Glarus in der Schweiz.

Im Großherzogtum Posen fand noch 1793 eine überlieferte Hinrichtung einer Hexe statt.

1836 wurde auf der Halbinsel Hela (Danziger Bucht) eine vermeintliche Hexe von Fischern der Wasserprobe unterzogen und, da sie nicht untergehen wollte, gewaltsam ertränkt.

Wikipedia stimmt hier mit der letzten Hinrichtung in Deutschland nicht überein: „Als eine der letzten der Hexerei angeklagten Frauen wurde Anna Schnidenwind am 24. April 1751 in Endingen am Kaiserstuhl hingerichtet. Vermutlich fand die letzte Hexenhinrichtung auf Reichsboden 1756 in Landshut statt. Am 4. April 1775 wurde im Stift Kempten im Allgäu Anna Schwegelin wegen Teufelsbuhlschaft als letzte Hexe in Deutschland der Prozess gemacht. Das Urteil des Fürstabt Honorius von Schreckenstein, dem kraft kaiserlichen Privilegs (Campidona sola judicat …) die geistliche und weltliche Gerichtsbarkeit zustand, wurde aber nicht vollstreckt, da der Fürstabt wenige Tage vor der Vollstreckung befahl, erneut die Ermittlungen aufzunehmen. Der Fall wurde jedoch nicht weiter verfolgt, so dass Anna Schwegelin 1781 im Kemptener Gefängnis eines natürlichen Todes starb.“

Hexenverfolgung Heute

Auch heute noch gibt es Verfolgung und Diskriminierung von vermeintlichen Hexen, die angeblich Schadenszauber anwenden. Man denke z. B. an Voodoo in Lateinamerika. In Afrika werden nach wie vor Menschen der Hexerei angeklagt, verstümmelt und / oder getötet. Wegen großer Hungersnöte und Armut werden beispielsweise in der Demokratischen Republik Kongo Kinder von ihren eigenen Müttern der Zauberei bezichtigt, um nicht mehr für sie sorgen zu müssen. Diese so genannten Hexenkinder (hauptsächlich in Kinshasa) werden ausgesetzt oder ermordet, weil die Mütter sie nicht mehr ernähren können. In einigen afrikanischen Staaten gibt es gar ausdrücklich strafrechtliche Bestimmungen gegen Hexerei.

Die Zahl der seit 1960 wegen Hexerei ermordeten Menschen ist wahrscheinlich höher als die zu Zeiten der Hexenverfolgung vor der Aufklärung.

Quellen

  • Dies ist ein Teil einer Seminararbeit. Die Quellenangaben zu allen Teilen der Arbeit finden sich unter der entsprechenden Seite.

13 Comments:

  1. Ich interessiere mich für die Seminararbeit auf die sie in diesem Artikel verweisen. Leider konnte ich auf ihrer Seite keine Verlinkung oder sonstige Hinweise auf selbige finden. Wäre es möglich mir diese zukommen zu lassen ?

    freundliche Grüße F.Knorr

    • Siehe auch „Jesuswahn“ und „Dogmenwahn“ von Kubitza. Wer diese Sachbücher liest und ohne Vorurteile weiter vertieft, ist mit den Wahnvorstellungen der Glaubensgemeinschaften einschließlich der kath. und ev. Kirche „durch“. Es lebe der Humanismus!

  2. Hallo ich heiße arno
    Dieser text ist informativ und ich kann ihn gut für mein eigenem unterricht verwenden
    Danke an die Ersteller und Verfasser dieser Seite

    Viele grüße Herr Doktor Arno

  3. hexenverbrennung

    wie lief eine hinrichtung ab und wie viel kinder und männer wurden hingerichtet

  4. Hallo Leute,
    erstmal Danke für diesen Text! Er war nicht nur hilfreich für mein anstehendes Referat, sondern brachte mich in meinen Leben ebenfalls voran.
    Mit anderen Worten: Ein großes Lob an die Ersteller

    • Ja, das sehe ich auch so. Hat uns sehr beim Referat geholfen und war auch sonst sehr interessant! Danke! Vor allem die Aktualität ist erschreckend, das werde ich nochmal vertiefen…
      LG

  5. Sehr guter Text!
    Ich habe mich sehr erschrocken, dass das Thema immer noch aktuell ist. Ich mein, heutzutage müsste man doch ein wenig weiter sein als damals.
    Ein großes Lob an die Verfasser, da einen schnell und leicht ein informativer Text vorliegt.

  6. Sehr Sehr schön OMG

    diese beschreibung von Hexen Hexenverfolgung und der heutigen Hexenansicht ist sehr informativ and anschauich gestaltet das eine gute note für mein >Kind < für diesen Vortrag herraus springt ich liebe diese seite und habe sie auch gleich allen Koleggen gelinkt echt super

  7. sehr informativ

    ich habe viel gelernt über das MA und speziell über die Hexenverfolgung, die bis heute aktuell ist und die nach wie vor auch ein Ergebnis von Gewalt und Hass gegen Frauen darstellt.

  8. Bitte um nähere Infos

    Um die Arbeit in meiner Seminararbeit verwenden zu können, brauche ich bitte ein paar Angaben: Autor/in, Jahr der Arbeit, genauer Titel der Seminararbeit, Rahmen/Anlass/Ort der Seminararbeit
    Ich würde mich freuen, wenn ich darüber Auskunft bekomme, umso mehr, wenn das schnell geht, da die Zeit drängt.
    Danke!

  9. Sehr informativ

    Hallo,

    ebenso wie der erste Kommentator wäre ich an der gesamten Seminararbeit sehr interessiert. Das Thema Hexenverfolgung und Entwicklung des Ganzen faszinierte mich schon immer. Daher würde ich gerne den Autor bitten, sich mit mir in Verbindung zu setzen.

    Ganz lieben Dank im Voraus und nochmals ein großes Lob an diesen Artikel :)

    Kim Ludwig

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