Vertrag von Verdun

Einführung

Durch den Vertrag von Verdun (843) wurden Frankreich und Deutschland für immer voneinander getrennt.

Nach Ludwigs des Frommen Tod entstand ein wilder Krieg unter seinen Söhnen, denn Lothar I., der älteste unter ihnen, machte Anspruch auf alle Länder seines Vaters und wollte den Brüdern nur einen kleinen Teil davon zu Lehen geben.

Inhalt

Krieg zwischen den Brüdern

Mit großer Heeresmacht rückten sie gegen einander an, und so fand (25. Juni 841) bei Fontenai, in dem Gebiet von Auxerre, eine grässliche Schlacht statt, in der 100.000 Mann auf dem Schlachtfeld umgekommen sein sollen. Sie ging für Lothar verloren und nun musste er sich bequemen, mit seinen zwei Brüdern, Ludwig und Karl, zu teilen. Der dritte Bruder, Pippin, war indes gestorben und dessen Sohn wurde übergangen. Dies geschah durch den berühmten Vertrag zu Verdun, durch den Deutschland ein eigenes, von Frankreich auf immer getrenntes, Reich wurde.

Die Aufteilung des Reichs

Merkt euch also den Vertrag von Verdun, denn ihm verdankt das deutsche Reich seinen Ursprung. Lothar erhielt durch denselben Italien mit der Kaiserwürde und ein großes Stück vom südlichen Frankreich, auch die Schweiz, Lothringen, Elsaß und Flandern. Ludwig der Deutsche bekam ganz Deutschland bis an den Rhein, auch noch einige Städte über dem Rhein, Karl aber das übrige Frankreich. (843.)

Es sind noch jetzt die Worte zu lesen, durch welche sich Ludwig der Deutsche und Karl der Kahle zu Straßburg im Februar 842 gegen ihren Bruder Lothar verbanden. Sie lautetn:

In Godes Minna (in Gottes Liebe) ind durch des christianes folches (und zu des christlichen Volkes) ind unser beddero gehaltnißi (und unserer beiden Erhaltung) fon thesemo dage frammordes (von diesem Tage forthin) so fram so mir Got geuizzi indi mahd fürgibit (so weit als mir Gott Wissen und Vermögen dargibt), so hald ich thesan minan Bruodher (so halte ich deses meinem Bruder) usw.

Schlusssatz

Von jener Teilung an entfernten sich die Deutschen und Franzosen immer mehr von einander in Sprache, Gebräuchen, Sitten und Gesetzen, so dass sie sich am Ende ganz unähnlich wurden. In der Sprache behielt in Deutschland das Fränkische, in Frankreich aber ein verdorbenes Latein die Oberhand, so dass man nicht glauben sollte, dass beide damals ein und dieselbe Sprache waren.

Quelle:

  • Dr. Georg Ludwig Jerrer: Die Weltgeschichte für Kinder, Band 2, 5. Ausgabe, Nürnberg: Verlag von Friedrich Campe, 1833.
  • Mehr zum Vertrag von Verdun gibt es bspw. in dem Buch „Deutsche Geschichte: Das Alte Reich 962-1806“:

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