Erdbeben

Wie entstehen Erdbeben?

Die Erdoberfläche (Erdkruste – Berge, Land und Ozeane) besteht aus 13 unterschiedlichen „tektonischen Platten“. Diese Platten schwimmen auf dem flüssigen Magma im Inneren der Erde. Da sich der flüssige Erdkern bewegt, treibt er die Platten in verschiedene Richtungen an. Dabei handelt es sich um Bewegungen von einigen Zentimetern im Jahr. Und wenn die Platten dann aufeinander stoßen, entstehen Erdstöße – die Erdbeben.

Um 406 – Erdbeben in den römisch besetzten Provinzen
Zu jener Zeit erhoben sich mehrere nördliche Völker und strebten südwärts. In den römisch besetzten Provinzen herrschte Krieg oder Hunger und Seuchen. Aber nicht nur die Völker, auch der Himmel und Erde schienen bewegt zu sein. Ungeheure Erdbeben zerstörten ganze Städte. Mancherorts wurde die Erde gespalten und Risse erschienen.

447 – Erdbeben in Rom
Starke Erschütterungen durch Erdbeben erlitt in diesem Jahr Rom. Die Erschütterungen waren so stark, dass mehrere Tempel und Wohnungen einstürzten[7]. Kurz darauf erbebte die Erde auch in Osteuropa und Kleinasien. Generell war zu dieser Zeit die Erde sehr in Bewegung. Konstantinopel wurde über sechs Monate hinweg fast ununterbrochen erschüttert, dabei stürzten 57 Türme ein. (Baron.) Darauf schrieb Aelia Pulcheria, die Tochter Kaiser Arcadius‘, den Provinzen ein Canticum (Gebetssang) als Mittel gegen Erdbeben vor.

Die Lange Mauer von Chersones fiel fast auf einmal in sich zusammen. In gleicher hatten die Gegenden des Hellesponts, Bithynien, Phrygien, Alexandrien und Antiochien zu kämpfen. Der Boden öffnete sich mancherorts und verschlang ganze Dörfer. Manche Quellen versiegten und an anderen Stellen, an denen es zuvor keine Quellen gab, schoss das Wasser empor. Berge bebten und selbst Bäume mit riesigen Wurzeln wurden aus der Erde gerissen. Das Meer trat über die Ufer und überschwemmte die Küsten, ließ dort riesige Fische zurück während Inseln und Schiffe einfach verschlungen wurden. Diese Erscheinungen verschwanden nur allmählich[8].

Die Zerstörung durch ein Erdbeben
Bild 105: Die Zerstörung, die ein Erdbeben späterer Tage in einer Berggegend hinterlassen hat. Die zuvor befahrbare Straße ist nicht mehr zu erkennen. Auch das Haus wird keine Menschen mehr beherbergen können. Wir haben zumindest Erklärungen für Naturkatastrophen, die Menschen im Mittelalter waren ratlos, was die Ursache sei und ihre Fantasie ging oft mit ihnen durch. Fotografie gefunden auf wikimedia commons.

451 – Erdbeben in Gallien
Zu dieser Zeit litten Deutschland, Italien und Frankreich unter den Zügen der Hunnen, weshalb auch Naturereignisse keine Erwähnung in Schriften finden. Jedoch vor dem Einfall der Hunnen in Gallien kam es dort zu einem Erdbeben.

452 – Erdbeben in Italien
458: Erdbeben in Antiochien
Im zweiten Regierungsjahr Leos I. erschütterte wieder ein Erdbeben die Gegend um Antiochien (Südtürkei). Es wurden zwar mehrere Ortschaften eingestürzt, aber die meisten Menschen sind mit dem Schrecken davongekommen. Dies waren jedoch nur Vorboten für eine schlimmere Periode.

467 – Erdbeben in Antiochien
Nicephorus machte ungenaue Angaben über die Zeit, jedoch geht Baronius davon aus, dass sich im Jahr 467 das Erdbeben ereignete, das Nicephorus beschrieb. Dieses Erdbeben richtete im neueren Teil der Stadt Antiochien große Verwüstungen an, während der alte Stadtkern verschont blieb. Ebenso wurde die Gegenden um Thrakien, den Hellespont und weitere erschüttert.

470: Seuche und Erdbeben
In Vienne in Frankreich kam es zu einer Seuche und einem Erdbeben. Außerdem konnte man hier schon etwas beobachten, was sich später häufte: Wilde Tiere aus dem Wald, wie Wölfe und Wildschweine rannten wie tollwütig durch die Städte[11].

476: Erdbeben

Zu jener Zeit hausten Ruger, Heruler und andere Völker an der Oder oder zogen unter der Führung des Odoaker nach Italien, um dem weströmischen Reich ein Ende zu bereiten. In diesen bewegten Zeiten wurden auch die geschichtlichen Aufzeichnungen beschränkt und das Jahr, in dem ein beachtliches Erdbeben in Konstantinopel wütete, stimmt nicht unter verschiedenen Quellen nicht überein. Baron datiert es auf den 24. September 477. Bei diesem Erdbeben jedenfalls drang ein unangenehmer Geruch aus der Erde hervor.

499: Erdbeben in der Türkei
In der Nordwestlichen Türkei bebte die Erde

518: Komet und Erdbeben
Im ersten Regierungsjahr des Kaisers Justinians I. hing ein Komet am Himmel, den man wegen seines Schweifes, der abwärts gerichtet war, Pogonia nannte. Ein Strahl zeigte aber auch nach Westen (Cedrenus). Auf diesen Kometen folgten Erdbeben in Mösien, durch die 24 Kastelle zerstört, Berge geteilt und Erdspalten gebildet wurden. (Baron.)

526: Erdbeben und Blitze
Die Gegend um Antiochien (in der Südtürkei) bekam ein schreckliches Ausmaß an Erdbeben zu spüren, in deren Verlauf die Stadt vollständig zerstört wurde. Der erste Ausbruch des Erdbebens geschah am 29. Mai 526 am Abend. Mit diesem Erdstoß wurde eine wellenförmige Bewegung des Bodens ausgelöst, so dass alles ringsum erschütterte und sich ein Bild der schlimmsten Zerstörung darbot. Alles, was nur minimal aus dem Boden in die Höhe ragte, wurde dem Erdboden gleichgemacht. Zusätzlich zu diesem Ausbruch unterirdischer Gewalt schlugen Blitze aus dem Himmel auf die Erde nieder, so dass die Menschen dachten, Himmel und Erdreich hätten sich vereint, um den Untergang der Stadt herbeizuführen. 500.000 Menschen fanden bei diesem Beben den Tod in den Trümmern der Stadt, darunter auch Bischof Euphrasius. Nur zweieinhalb Jahre später erbebte die Erde erneut in dieser Gegend.

528: Erdbeben und Gewitter
Wieder wurde Antiochien von Erdbeben heimgesucht. Es war der 15. November, als die Stadt unter heftigem Gewitter (gravissima tempestas) und fürchterlichem Donner (terribilis coell mugitus) eine Stunde lang durch das Beben erzitterte. Was unter dem vorigen Erdbeben nicht zu Grunde gerichtet wurde, ging jetzt unter und 4.870 Menschen fanden Tod. (Cedrenus.)
Diese Erdbeben breiteten sich aber über die Gegend von Antiochien hinaus aus. Die Richtung ging nordwestlich nach Griechenland (Korinth) und Albanien (Durres), wo ebenso die Erde erbebte.

543: Erdbeben
Das Erdbeben fühlte man in fast allen, damals bekannten, Ländern.

546-548: Regen, Schnee und Erdbeben
Es regnete anscheinend unaufhörlich in diesem Jahr und Korn, Öl und Wein waren knapp[20]. In Konstantinopel erbebte erneut die Erde. 548 wiederholten sich Erdbeben und Regengüsse. Im Winter war die Schneemenge außergewöhnlich und es war so bitterkalt, dass sich die Vögel nicht mehr bewegen mochten und man sie mit der Hand fangen konnte[21].

550: Erdbeben in Griechenland
In Griechenland wurden 8 Städte durch ein Erdboden zerstört. Mancherorts riss der Boden auf und schloss sich mal wieder, mal blieb er offen, so dass die Menschen weite Umwege um die zurückgebliebenen Spalten machen mussten

Weitere Erdbeben richteten große Schäden in Syrien und Palästina an.

551: Erdbeben in Konstantinopel
Konstantinopel wurde über 40 Tage lang von einem Erdbeben durchgerüttelt. In Beirut (Libanon) erbebte die Erde noch schlimmer und es wurde ein Flutwelle ausgelöst, die dem Glanz der antiken Stadt ein Ende bereitete. Selbst in Ägypten, wo man aufgrund des sandigen Untergrundes kaum Erderschütterungen vermuten sollte, bebte die Erde. Der folgende Winter war sehr kalt. 555 sah man am Himmel im Nordwesten eine Lanze und später kamen Gewitter von kaum gekannter Heftigkeit und ein schrecklicher Südwind auf. („Ventus Africus terribilis“. Eutropius.)

557: Erdbeben in Antiochien
560 bis 561: Erdbeben und Folgeerscheinungen
Berytus, Cos, Tripolis und Balbus wurden erschüttert und dem Erdbeben folgte allgemeine Trockenheit. Weiterhin soll es einen ganzen Tag lang dunkel gewesen sein. Krankheiten breiteten sich in Italien und Cilicien aus, besonders in Anazarbus, wo auch um dieselbe Zeit Erdbeben vorkamen. Diese Krankheiten werden aber immer als „Pestilenzen“, nicht als „Pestis inguinaria“ (Beulenpest) aufgeführt.

588: Erdbeben
61 Jahre nach dem denkwürdigen Erdbeben in Antiochien wurde diese Stadt in der dritten Stunde der Nacht unter einem ungeheuren Knall erschüttert und durch das Aufblühen des Bodens ihre Gebäude in den Grundfesten bewegt[40].

737 – 741: Trockenheit und Erdbeben
Bäda berichtet von ausgedehnten Trockenperioden in den nördlichen Gegenden. Die Erde bebte im Jahr 741 über mehrere Monate und verheerte am 26. Oktober Konstantinopel. Zur gleichen Zeit zog sich das Meer zurück und Berge in der Wüste Saba stürzten ein. Andernorts wurden ganze Dörfer einfach vom Erdboden verschluckt.

787: Erdbeben
Zur Zeit der dritten Romreise Karls des Großen erbebte die Erde im Winter.

790: Erdbeben
Am 8. Februar wurde Konstantinopel so sehr erschüttert, dass alle Menschen auf das freie Feld rannten, um nicht von herabfallenden Trümmern getroffen zu werden.(Landulphus, ein Zeitgenosse, in Histor. miscell.)

796: Erdbeben im Mittelmeer
Im April kam es nachts zu Erdbeben in Kreta und auf Sizilien. Im Mai in Konstantinopel.[72]

801: Erdbeben
Im Mai dieses Jahres gab es ein starkes Erdbeben in Italien, später am Rhein, in Gallien und Deutschland. Der Winter darauf war auffallend mild gewesen und allgemein herrschte eine Seuche – nicht pestis, sondern pestilentia.

803: Erdbeben
Ein Erdbeben dieses Jahr und ein großes Sterben werden erwähnt.

814: Erdbeben
Noch bevor in diesem Jahr Kaiser Karl starb, tauchte ein erschreckender Komet auf und ein Erdbeben war zu spüren.

815: Erdbeben
Dieses Jahr überschwemmte der Rhein weite Gebiete und ein Erdbeben wurde in Saintes gemeldet (Annal. Laurish.).

837: Erdbeben in Deutschland
Am 17. Januar wurde ein Erdbeben in der Gegend von Worms und Speyer gemeldet (Fauchet.)

855/56: Erdbeben
Dieses Jahr ereignete sich ein Erdbeben in Konstantinopel. In der Gegend von Mainz, nach anderen Berichten von Würzburg, wurde in kurzer Zeit die Erde zwanzig mal erschüttert. Am 17. Oktober gab es die ganze Nacht über am ganzen Himmel Sternschnuppen (Ann. Fuld.). Gewitter, Wirbelwinde und Hagel richteten große Verheerungen unter den Gebäuden an: Im Juli wurde die Kilianskirche zu Mainz durch einen solchen Sturm zerstört. Das kaiserliche Heer litt durch Krankheiten einen größeren Verlust, als durch die blutigste Schlacht. Es bestanden die Krankheiten jener Zeit in einer Affektion des Halses und der Brust, wobei oft schnell der Tod erfolgte (Regino.). Ein zweites Erdbeben und Überschwemmungen der Tiber fielen in das Jahr 856 (Baronius.) In demselben Jahr fielen im Dezember fünf Meteoriten in Ägypten (Chladni).

857/58: Erdbeben
Dieses Jahr gab es auch ein Erdbeben in Deutschland (Ann. Fuld.) und am 1. Januar 858 ein sehr starkes Erdbeben in verschiedenen Gegenden (Fauchet.). In Mainz wiederholten sich die Erdstöße ein ganzes Jahr lang (Ann. Fuld.).

861: Erdbeben in Konstantinopel
Ein Erdbeben dieses Jahr dauerte 40 Tage lang in Konstantinopel (Baron.).

867: Mehrere Erdbeben in Deutschland
872: Erdbeben bei Mainz
Am 3.12. gab es in der Gegend von Mainz das letzte und stärkste Erdbeben für diese Periode.

998: Erdbeben in Deutschland

[7] Histor. miscell. Lib. XIV.
[8] Nicephor. Callist. hist. eccles. XIV, 65.

Quelle:

  • Dr. Friedrich Schnurrer: Die Krankheiten des Menschengeschlechts historisch und geographisch betrachtet: Der historischen Abtheilung… Theil. Vom Anfang der Geschichte bis in die Mitte des fünfzehnten Jahrhunderts, Band 1, Tübingen: Osiander Verlag, 1823
  • Einen schönen Überblick über die wichtigsten Fragen zu Erdbeben bietet folgendes Buch:

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